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Aus der Stadt Politik besorgt über niedrige Wahlbeteiligung
Hannover Aus der Stadt Politik besorgt über niedrige Wahlbeteiligung
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00:19 18.06.2014
In den Wahllokalen, wie hier im Bezirksamt Mitte, herrschte am Sonntag zum Teil gähnende Leere. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
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Hannover

Am Ende waren sich prominente Sozialdemokraten wie der Regionsvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch oder Oberbürgermeister Stefan Schostok mit dem alten und neuen Regionspräsidenten Hauke Jagau einig: Es sei sehr schwierig, Wähler für eine Stichwahl zu mobilisieren, sagten sie unisono. Diese Wahlmüdigkeit hat dazu geführt, dass Jagau zwar Regionspräsident bleibt, aber nur 27,6 Prozent der Wahlberechtigten ihn auch gewählt haben. In Hannover ging nicht einmal jeder Vierte in die Wahlkabine. Die Zahlen sind sogar noch geringfügig schlechter als bei gleicher Gelegenheit vor acht Jahren, und schon damals bedeuteten sie einen absoluten Tiefstwert.

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„Die Stichwahl ist nicht der alleinige Königsweg. Ihr Sinn ist die stärkere Legitimation des Gewählten, aber sie ist nur dann wirklich sinnvoll, wenn es auch eine hohe Beteiligung gibt“, sagt Regions­dezernent und Wahlleiter Axel Priebs, ebenfalls Sozialdemokrat. Hendrik Hoppenstedt, Chef der Regions-CDU, nannte die Wiedereinführung der zwischenzeitlich abgeschafften Stichwahl durch die rot-grüne Landesregierung einen großen Fehler: „Wenn nur ein gutes Viertel abstimmt, wächst die Gefahr, dass es zu Zufallsergebnissen kommt.“ Dass es auch anders geht, zeigen Pattensen und Gehrden als deutliche Ausreißer nach oben. Dort gingen jeweils mehr als 50 Prozent zur Wahl – allerdings wurde dort parallel auch jeweils ein neuer Bürgermeister gekürt.

Bei der SPD war man zurückhaltend, aber zufrieden. „Jagau hat das toll gemacht. Hannover will ihn als Regionspräsidenten“, sagte Schostok. Miersch lobte den Wahlkampf der gesamten Partei. Raoul Schmidt-Lamontain, Fraktionschef des grünen Bündnispartners, dagegen zollte erst einmal dem unterlegenen CDU-Kandidaten Axel Brockmann Respekt: „Er hat einen guten Wahlkampf gemacht. Vielleicht muss man schauen, welches seiner Themen die Menschen angesprochen hat.“

Am zweiten Wahlsonntag in Folge wählen die Menschen in Hannover und der Region den Regionspräsidenten und in vier Gemeinden den Bürgermeister. Dabei konnte Jagau seinen Kontrahenten Brockmann knapp besiegen.

Bei der CDU herrschte trotz der Niederlage Freude. „Wir sind auf Augenhöhe dabei. Mein Wunsch ist, dass Brockmann an prominenter Stelle für die Partei erhalten bleibt“, sagte Hoppenstedt. Stadtparteichef Dirk Toepffer sagte, man habe auf die richtigen Themen gesetzt und sei auf einen schwachen Amtsinhaber Jagau gestoßen.
Drei Bürgermeister abgewählt: Einen teilweise sensationellen Verlauf nahmen die vier Bürgermeisterwahlen in Garbsen, Langenhagen, Gehrden und Pattensen. Gleich drei Amtsinhaber wurden von ihren Herausforderern geschlagen und damit abgewählt – zwei von der SPD, einer von der CDU.

In Garbsen löst der Christdemokrat Christian Grahl SPD-Mann Alexander Heuer ab, der schon nach dem ersten Durchgang hinten gelegen hatte. In Langenhagen dagegen drehte überraschenderweise Mirko Heuer für die CDU in der Stichwahl das Ergebnis gegen den Amtsinhaber Friedhelm Fischer (SPD); gleiches gelang in Gehrden Cord Mittendorf (SPD) gegen Hermann Heldermann. In Pattensen verteidigte Ramona Schumann (SPD) ihren hohen Vorsprung  gegen Axel Müller (CDU).

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