Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Politik erfreut über Babyboom in Hannover
Hannover Aus der Stadt Politik erfreut über Babyboom in Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:27 25.11.2011
Anzahl der Säuglinge. Quelle: HAZ-Grafik: gh/bd
Hannover

Vor allem die Familienzentren, in denen Kinder betreut und Eltern beraten werden, hätten zu einer familienfreundlichen Atmosphäre in Hannover beigetragen. Für die CDU dagegen birgt die Statistik wenig Überraschendes. „Sie zeigt die bundesweite Tendenz, dass Familien wieder in der Stadt leben wollen“, sagt Fraktionsvize Jens-Michael Emmelmann. Dass der Bau von Familienzentren solche Bewegungen beeinflusst, hält Emmelmann für unwahrscheinlich. „In Isernhagen-Süd leben jetzt viel mehr kleine Kinder, und da steht kein einziges Familienzentrum.“ Grünen-Ratsfrau Ingrid Wagemann bereitet der hohe Anteil von armen Familien Sorge. „Vor allem den Alleinerziehenden müssen wir helfen“, fordert sie. Erfreulich sei, dass auch im bildungsbürgerlichen Milieu wieder mehr Kinder geboren werden. Die Linken mahnen, dass die soziale Mischung in den Stadtteilen gewahrt bleiben müsse. „Ein Viertel wie Mühlenberg darf nicht zum Getto werden“, sagt Fraktionschef Oliver Förste.

Die Familien und ihre Stadtteile

Hannover erlebt zurzeit einen enormen Babyboom – das ist die eingängigste Nachricht des sogenannten Familienmonitorings der Stadt Hannover. Wo aber werden diese Babys geboren, und wo werden sie groß? Und wo wohnen die Eltern, deren Kinder schon erwachsen und ausgezogen sind? Wer etwas tiefer in das mehr als hundertseitige Konvolut der Stadt einsteigt, kann Zyklen erkennen, in denen Stadtteile sich entwickeln.

Zu erkennen ist dabei zunächst einmal, dass es offenbar Stadtteile für gewisse Lebensphasen gibt. So werden in der Südstadt und in der List besonders viele Babys geboren. Ähnlich hoch wie hier ist der Anteil der Neugeborenen nur in Vahrenwald und in Bemerode. Nach sechs, sieben Jahren aber, wenn die Kinder die Grundschule besuchen, sind viele dieser Familien in andere Stadtteile umgezogen. Sie wohnen, wenn sie nicht ins Umland gezogen sind, im Zooviertel oder in Seelhorst, auf der Bult oder in Isernhagen-Süd. „Mit dem zweiten Kind ziehen viele Eltern an den Stadtrand“, sagt Hannovers Sozialdezernent Thomas Walter. Das hat mit verfügbarem Wohnraum ebenso zu tun wie mit der Entwicklung des Einkommens. Beides führt dazu, dass für viele Familien in dieser Phase der Hausbau ansteht.

Diese von Einfamilienhäusern geprägten Viertel wiederum altern gewissermaßen mit ihren Einwohnern mit. Beispielhaft vollzieht sich diese Entwicklung etwa in Lahe. Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der Kinder im Alter bis fünf Jahre im Stadtteil um gut zehn Prozent gesunken, der der Kinder zwischen sechs und neun Jahren um gut fünf Prozent. Die Zahl der Kinder der Altersgruppen darüber hingegen ist stark gestiegen. „Irgendwann wird sich der Trend wieder umkehren, wenn die Kinder ausziehen und die Eltern ihr Haus eines Tages verkaufen“, sagt Silke Mardorf, Mitautorin des Familienmonitorings. Eine solche Entwicklung verzeichnen derzeit etwa Waldheim und Waldhausen, wo die Zahl der Kinder in den vergangenen zehn Jahren massiv gestiegen ist. „Dort ist ein Generationswechsel im Gange“, sagt Mardorf.

Anderswo hat die wachsende Zahl von Kindern andere Ursachen. In der Seelhorst oder in Kirchrode etwa sorgen große Neubaugebiete dafür, dass auch anteilig weit mehr Familien in den Stadtteilen leben als noch vor zehn Jahren.

Auffällig ist, dass im unter jungen Leuten beliebten Linden die Zahl der Kinder in den vergangenen zehn Jahren zum Teil deutlich rückläufig ist. Warum das so ist, kann Mardorf nicht sagen. Mit einer sogenannten Gentrifizierung allerdings sei das nicht zu begründen. Der Begriff bezeichnet steigende Immobilienpreise und ein Schickerwerden eines Stadtteils. „Für eine Gentrifizierung Lindens haben wir keinerlei Anhaltspunkte“, sagt Mardorf. „Weder anhand der Immobilienpreise noch anhand anderer Faktoren.“

Andreas Schinkel und Felix Harbart

Ausgeschlagene Zähne können jetzt gerettet werden: Region Hannover und Techniker Krankenkasse statten 500 Grund- und Förderschulen mit Notfallsets aus.

24.11.2011

Für das Lindener Kulturzentrum Faust sah es vor etwa neun Jahren nicht gut aus. Das Veranstaltungsprogramm hatte nur noch die Größe eines Flyers, Konzerte waren Mangelware, die Insolvenz zeichnete sich ab. Doch dann kam eine Partyreihe.

24.11.2011

Die sogenannte O-Tonne für Wertstoffe bringt dem Abfallwirtschaftsbetrieb aha Verluste. Die Wertstofftonne soll 2013 auch nach Hannover kommen.

24.11.2011