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Aus der Stadt Politik will Neubau der städtischen Galerie Kubus
Hannover Aus der Stadt Politik will Neubau der städtischen Galerie Kubus
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21:44 16.11.2010
Von Andreas Schinkel
Um den Kubus wird in Hannover derzeit heftig debattiert.
Um den Kubus wird in Hannover derzeit heftig debattiert. Quelle: HAZ
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Die Gespräche über einen Verkauf des Volkshochschul-Grundstücks und damit zusammenhängend der mögliche Abriss der städtischen Galerie Kubus haben eine kulturpolitische Debatte ausgelöst. Weitgehend einig sind sich die Ratspolitiker darin, dass der Ausstellungsraum gleich neben dem VHS-Haus nicht ersatzlos entfernt werden dürfe. SPD und CDU plädieren für einen Neubau des Kubus auf dem Andreas-Hermes-Platz nahe dem Raschplatzpavillon. „Dort könnte ein neues Zentrum für Kultur und Bildung entstehen“, sagt Ulrike Bittner-Wolff, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion.

Ähnlich argumentiert Friedrich Busse, Kulturpolitiker der CDU: „Der Kubus darf nicht in die Peripherie abgeschoben werden, sondern sollte in der Nähe des neuen Standorts der VHS, also am Raschplatz errichtet werden.“ Auch die Grünen wollen die Galerie keinesfalls aufgeben, klammern sich aber nicht an den gegenwärtigen Standort. „Die Stadt muss sich um Ersatzflächen bemühen“, sagt Fraktionschef Lothar Schlieckau. Einzig die FDP hält den Kubus, der seit einigen Jahren unter Besucherrückgang leidet, für verzichtbar. „Beim Grundstücksverkauf sollten wirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund stehen“, sagt FDP-Ratsherr Nils Tilsen. Die Stadt könne ja im Gegenzug andere Kultureinrichtungen stärker unterstützen.

Wie berichtet, will die Stadt das VHS-Grundstück gegenüber dem Rathaus veräußern, wenn für die Bildungseinrichtung ein neuer Standort, voraussichtlich das DZ-Bankgebäude am Raschplatz, gefunden ist. Derzeit verhandelt die Stadt mit einem Investor, der auf dem alten VHS-Grundstück Wohn- oder Bürohäusern errichten will. Dem Vernehmen nach könnte sich die Bebauung auch auf das Grundstück des Kubus ausdehnen, der dann weichen müsste.

In der Kunstszene Hannovers dagegen stößt der mögliche Abriss des Kubus auf heftigen Widerspruch. Die Künstler Timm Ulrichs und Hannes Malte Mahler fühlen sich an die Debatte um den Landtag erinnert. Die identitätsstiftende, ihre Zeit widerspiegelnde Architektur des Kubus, ein Beispiel der hannoverschen Nachkriegsmoderne, dürfe nicht geopfert werden, auch wenn der Ausstellungsraum nicht ganz einfach sei. Die Künstlerin Dagmar Brand und ihre Gruppe 7 kündigten gestern Proteste gegen die Pläne an.