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Aus der Stadt Politik will Trinkgelage am Raschplatz stoppen
Hannover Aus der Stadt Politik will Trinkgelage am Raschplatz stoppen
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21:45 05.07.2012
Von Andreas Schinkel
Foto: Die Ratsversammlung will etwas gegen Trinker am Raschplatz utnernehmen.
Die Ratsversammlung will etwas gegen Trinker am Raschplatz utnernehmen. Quelle: Christian Behrens (Archiv)
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Hannover

„Es muss sich irgendjemand um das Problem kümmern“, sagt SPD-Baupolitiker Thomas Hermann. Niemand solle vertrieben werden, meint Grünen-Fraktionsvize Michael Dette, aber man dürfe nicht dulden, dass öffentlich auf dem Raschplatz uriniert wird. „Der Ordnungsdienst der Stadt sollte die Gruppe regelmäßig kontrollieren“, sagt er. FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke geht noch einen Schritt weiter: „Den Trinkern sollte es so ungemütlich wie möglich gemacht werden.“ Doch wer die Kontrollen übernimmt, ist unklar. Stadt und HRG sehen den jeweils anderen in der Pflicht.

Eine Gruppe von zwei bis drei Dutzend Trinkern trifft sich fast täglich nahe dem Treppenaufgang zur Sparkasse zum gemeinsamen Zechen. Ansässige Geschäftsleute berichten von lautstarken, mitunter aggressiven Streitereien innerhalb der Gruppe. Auch sollen sich einzelne Zecher in den Ecken des Platzes erleichtern, sodass die erst vor zwei Jahren verlegten Natursteinfliesen zum Teil stark angegriffen sind. Ein Gastronom schlägt Alarm, weil er unter massiven Umsatzeinbußen leidet – allein durch die Präsenz der Trinkergruppe vor seiner Tür.

Die Stadt sieht vor allem die HRG in der Pflicht, da sie das Hausrecht innehat. Dadurch sei es der HRG möglich, „angetrunkene Menschen auf dem Raschplatz anzusprechen und sie darauf hinzuweisen, dass sie sich friedlich verhalten müssen“, sagt Stadtsprecher Andreas Möser. Möglicherweise müsse der Sicherheitsdienst der HRG aufgestockt werden, um dieser Aufgabe „intensiver“ nachzukommen. Die Stadt könne nur „unterstützend“ tätig werden und biete an, Sozialarbeiter zum Raschplatz zu schicken. Städtische Ordnungsdienste könnten jedenfalls nicht für Kontrollen eingesetzt werden. „Es kann nur ein gemeinsames Vorgehen von Polizei, Stadt und HRG geben, bei dem die HRG auch ihr Hausrecht wahrnimmt“, betont Möser.

Bei der HRG zuckt man die Achseln. „Wir können die Trinker nicht des Platzes verweisen, nur weil sie trinken“, sagt HRG-Geschäftsführer Thomas Heinemann. Denn der Raschplatz gelte als öffentlicher Raum, sodass nach aktueller Rechtssprechung der Aufenthalt missliebiger Personen und das Alkoholtrinken nicht einfach verboten werden können - trotz Hausrecht. „Das ist ein unbefriedigender Zustand“, sagt Heinemann und setzt daher ganz auf die Sozialarbeiter, die die Stadt vorbeischicken will. Die Polizei teilt die Ansicht der HRG. Zwar darf auch die Polizei einschreiten, etwa wenn die Trinker Passanten anpöbeln, bisher aber verhalte sich die Gruppe gegenüber Dritten friedlich, sagt Polizeisprecher Thorsten Schiewe.

Mathias Klein 05.07.2012
Conrad von Meding 08.07.2012
Tobias Morchner 05.07.2012