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Aus der Stadt Streit um Kombiticket: Furcht um Stadt-Image
Hannover Aus der Stadt Streit um Kombiticket: Furcht um Stadt-Image
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00:24 31.01.2015
Von Mathias Klein
Foto: Auch eine Folge des weggefallenen Kombitickets bei der Domotex-Messe im Januar : Lange Schlangen am Messegelände vor dem Fahrkartenautomaten.
Auch eine Folge des weggefallenen Kombitickets bei der Domotex-Messe im Januar : Lange Schlangen am Messegelände vor dem Fahrkartenautomaten. Quelle: Peschke /Archiv
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Hannover

Kommunalpolitiker fürchten nach dem Aus für das Kombiticket bei Messen um das Ansehen Hannovers und auch um das Ansehen der Messe. „Was die Deutsche Messe da angerichtet hat, wird einen schweren Imageschaden für die Landeshauptstadt und die Messe selbst zur Folge haben“, sagt der Vorsitzende der FDP-Ratsfraktion, Wilfried Engelke. Wenn der Messe das Kombiticket zu teuer sei, habe sie die Möglichkeit, ihre Eintrittspreise zu erhöhen, betont er. „Da muss die Unternehmensleitung nochmal in sich gehen“, sagt Engelke. Sollte es jedoch bei der Ablehnung des Kombitickets bleiben, „ekele die Messe ihre eigenen Besucher weg“.

CDU-Fraktionschef Jens Seidel berichtet von Beschwerden, die ihn aus der Türkei und Österreich nach der Teppichmesse Domotex erreicht haben. Ein türkischer Geschäftsmann schreibt, in den vergangenen acht Jahren habe er Hannover als gastfreundliche Stadt kennengelernt, berichtet Seidel. Als er in der vergangenen Woche dann ohne Ticket kontrolliert worden sei, habe er sich gegenüber seinen Geschäftspartnern als Verbrecher gefühlt. Er habe nicht gewusst, dass er für die Stadtbahn nun extra ein Ticket lösen muss.

Schostok und Jagau sollen vermitteln

Seidel erwartet, dass die Messe die Besucher zur Cebit wesentlich besser informiert. Gleiches gelte für die Üstra. ­Seidel nannte als Beispiel Berlin, wo bei Messen an allen U- und S-Bahnhöfen mit Laufbändern und dreisprachigen Durchsagen die Fahrgäste aufgefordert werden, ein Ticket zu kaufen. Außerdem sollten am Flughafen und am Hauptbahnhof entsprechende Flugblätter verteilt werden, schlägt Seidel vor.

Ähnliche Forderungen erhebt auch SPD-Fraktionschefin Christine Kastning: Die Deutsche Messe und die Üstra müssten sich schnell an einem Tisch setzen, damit es nicht zu negativen Beeinträchtigungen der Besucher der großen Messen kommt, meint sie.
Wie berichtet, hat die Messe die Kombiticketregelung mit dem Großraumverkehr Hannover (GVH) ab diesem Jahr gekündigt. Dadurch spart das Unternehmen 800 000 Euro jährlich. Daraufhin hatte die Üstra bei der Domotex Großkontrollen gemacht. Von 4000 überprüften Fahrgästen hatten 3000 keinen Fahrschein.

Der Verkehrsexperte der Grünen-Ratsfraktion, Michael Dette, ruft Oberbürgermeister Stefan Schostok und Regionspräsident Hauke Jagau auf, in dem Streit zwischen Messe und GVH zu vermitteln. Eine schnelle Wiedereinführung sei erforderlich. „Es kann doch nicht sein, dass zwei Unternehmen, die sich in öffentlicher Hand befinden, so ein Problem nicht lösen“, sagt er.

Dette verweist auf den Streit zwischen Hannover 96 und dem GVH über das Kombiticket vor vier Jahren, der mit einer Einigung endete.
Regionspräsident Jagau, der auch Aufsichtsratschef der Üstra ist, zeigt sich gesprächsbereit. Er kündigt aber an, dass ohne Kombiticket schon allein wegen der Gerechtigkeit gegenüber den anderen Üstra-Fahrgästen weiter bei Messen kontrolliert werde.

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