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Aus der Stadt Entflohener Häftling ist gefasst
Hannover Aus der Stadt Entflohener Häftling ist gefasst
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14:11 22.11.2015
Von Jörn Kießler
Der Häftling saß in der JVA Sehnde in Untersuchungshaft. Quelle: dpa/Symbolbild
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Hannover

Nach zwei Tagen hat die Polizei den entflohenen Häftling am Sonntag in einer Stadtbahn der Linie 1 in Richtung Laatzen gefasst. Nachdem er bei einer Fahrscheinkontrolle im Hauptbahnhof Hannover widersprüchliche Angaben zu seinen Personalien gemacht hatte, wurde er durch Polizisten festgenommen. Die Fußfessel, die er noch bei seinem Ausbruch getragen hatte, hatte er in der Zwischenzeit ablegen können.

Häftling galt nicht als gefährlich

Er saß zuvor in Untersuchungshaft in der JVA Sehnde, gegen ihn wird wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung ermittelt. Er wurde von der Polizei nicht als gefährlich eingestuft. Der Mann ist drogenabhängig, die ihm vorgeworfene Tat ist der Beschaffungskriminalität zuzuordnen. Nach Angaben von Justizministeriumssprecherin Marika Tödt soll der Mann einen Einbruch begangen haben. Dabei hat er offenbar eine Person angegriffen. Details wurden nicht bekannt gegeben. Am Freitagabend und Sonnabendvormittag suchte die Polizei dann auch vorwiegend die einschlägigen Orte in der Stadt ab, die als Treffpunke und Zufluchtsorte für Menschen aus dem Drogenmilieu bekannt sind.    

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Flucht durchs Toilettenfenster – trotz Fußfessel

Der Häftling sollte am Freitagvormittag von zwei Justizbeamten wegen einer medizinischen Untersuchung nach Burgdorf gebracht werden. Gegen 10 Uhr nutzte er einen Toilettengang, um seinen Begleitern zu entkommen. „Die beiden Beamten verfolgten ihn daraufhin, konnten ihn jedoch nicht wieder festnehmen“, sagt Tödt. Nach Informationen des Ministeriums ist der 29-Jährige daraufhin in ein Taxi gestiegen, in dem er sich offenbar nach Hannover fahren ließ.

Obwohl der Entflohene während des Ausbruchs eine Fußfessel trug, blieb die Fahndung der Polizei zwei Tage lang erfolglos. Da es sich dabei jedoch nicht um eine elektronische Fußfessel mit Peilsender handelte, war es schwierig, den Aufenthaltsort des Mannes zu ermitteln. Der Mann trug lediglich eine Handschellen-ähnliche Fußkette, die ein schnelles Weglaufen verhindern soll. Elektronische Fußfesseln hingegen sind dazu gedacht, den Träger über einen eingebauten Peilsender orten zu können, etwa bei Freigängern.

Eine solche Fuß-Kette, die ein schnelles Weglaufen verhindern soll, trug der Entflohene – und konnte sie offenbar vor dem Taxifahrer verbergen.  Quelle: dpa/Symbolbild

 

Zunächst vermuteten ihn die Ermittler in der Eilenriede, dehnten die Suche dann aber auf ganz Hannover aus.

Die JVA in Sehnde: Hier saß der Entflohene vor seiner Flucht in Untersuchungshaft. Quelle: Archiv

jki/mic

22.11.2015
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