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Aus der Stadt Polizei baut Wache am Steintor auf
Hannover Aus der Stadt Polizei baut Wache am Steintor auf
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21:29 20.11.2011
Von Tobias Morchner
Die Polizeiinspektion Mitte ist personell verstärkt worden. Quelle: Christian Burkert (Archivbild)
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Hannover

Ähnlich dem Container vor dem türkischen Konsulat an der Christuskirche sollen nach HAZ-Informationen auf dem Parkplatz Am Marstall ein oder zwei Unterkünfte für die Beamten geschaffen werden. „Es gibt eine neue Struktur am Steintor. Mit diesem Schritt erhoffen wir uns den direkten Kontakt zu den Wirten und den Gästen“, erklärte Polizeisprecher Thorsten Schiewe am Sonntag.

Der Container im Steintor soll 24 Stunden täglich besetzt sein. Die Polizeiinspektion Mitte ist deshalb personell verstärkt worden. Wie viel zusätzliches Personal für die Einsätze im Steintor zur Verfügung gestellt wird, will die Polizeidirektion bislang nicht kundtun. Dem Vernehmen nach soll es sich jedoch um etwa 25 Beamte handeln. Mit dieser Zahl soll sichergestellt werden, dass alle Dienste abzudecken sind und die Beamten sichtbar im Viertel unterwegs sein können.

Bereits am Tag der Bekanntgabe des Rückzugs von Rockerchef Hanebuth, der sich in den vergangenen Jahren als Sicherheitskoordinator im Rotlichtviertel hatte feiern lassen, hat die Polizei die dort ansässigen Wirte per Handzettel zur Zusammenarbeit aufgefordert. Zuvor hatten viele der Gastronomen mit dem Wachdienst zusammengearbeitet, der dem Rockerklub nahesteht. Dabei gab es immer wieder Ärger, weil Mitarbeiter des Wachdienstes sich wie eine zweite Staatsgewalt aufführten. Offenkundig will die Polizei verhindern, dass nun nach dem verlautbarten Rückzug des Rockerchefs und der Wachmannschaft ein Machtvakuum entsteht. Offiziell allerdings hatte die Polizeiführung stets betont, ihre Präsenz am Steintor – zeitweilig sogar mit Maschinenpistolen – hätte ausgereicht.

In den vergangenen Monaten nun war das Steintor immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Zunächst hatte Polizeivizepräsident Thomas Rochell Hannovers Bürgern geraten, ihr Geld dort nicht auszugeben, wo die Hells Angels davon profitierten. Vor einer guten Woche hatte Innenminister Uwe Schünemann (CDU) den Präsidenten der Zentralen Polizeidirektion Hannover, Christian Grahl, abberufen, nachdem dieser einen Besuch in der „Sansibar“ eingeräumt hatte.

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Hannovers Politiker begrüßen den Rückzug Frank Hanebuths aus dem Steintorviertel. Dieser sei eine „Chance für das Viertel“, sagten etwa der CDU-Vorsitzende Dirk Toepffer und Grünen-Ratsfraktionschef Lothar Schlieckau. Letzterer fordert nun ein „öffentlich-rechtliches Sicherheitskonzept“ für das Steintor.

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