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Aus der Stadt Polizei durchsucht Regionsverwaltung
Hannover Aus der Stadt Polizei durchsucht Regionsverwaltung
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17:25 26.11.2009
Von Tobias Morchner
Beamte des Landeskriminalamts haben Büros im Verwaltungsgebäude der Region durchsucht. Quelle: Tim Schaarschmidt

„Es wurden schriftliche Unterlagen und Datenmaterial beschlagnahmt“ sagt Oberstaatsanwältin Irene Silinger.

Beschuldigt werden der ehemalige Fachbereichsleiter Umwelt der Region, der seit Oktober pensionierte Gerhard Meyer, sowie Gehrdens Bürgermeister Hermann Heldermann. Sie sollen als Verantwortliche bis heute nichts gegen die seit Jahren anhaltende Verunreinigung des Grundwassers im Bereich des ehemaligen Freibads im Ortsteil Ditterke unternommen haben. „Nach Paragraf 324 des Strafgesetzbuches handelt es sich in diesem Fall um Gewässerverunreinigung durch Unterlassung“, so die Oberstaatsanwältin. Das Vergehen kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe geahndet werden.

Die Verunreinigung des Grundwassers rund um das ehemalige Freibad war 2006 entdeckt worden. Bei Bodenproben stellten Experten erhebliche Mengen leichtflüchtiger chlorierter Kohlenwasserstoffe (LCKW) fest. Das Gift stammt aus dem Füllmaterial, mit dem in den siebziger Jahren die alte Badeanstalt und spätere Hausmülldeponie zugeschüttet worden war. Weil die Belastung sich schnell als verheerend herausstellte, wurden die Anwohner aufgefordert, das Wasser aus ihren Brunnen nicht zu trinken.

Seitdem streiten die Region Hannover und die Stadt Gehrden um ein Sanierungskonzept für das Gelände. Vor zwei Monaten entschied das Verwaltungsgericht, dass die Kosten dafür in jedem Fall von der Stadt Gehrden getragen werden müssen. Bis heute ist allerdings nichts unternommen worden, um das Versickern der Giftstoffe und die Verunreinigung des Grundwassers zu stoppen. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft sind die Region Hannover laut niedersächsischem Wassergesetz, aber auch die Stadt Gehrden laut Bundesbodenschutzgesetz verpflichtet, die Gefahr abzustellen. „Das ist bis heute nicht geschehen, deshalb gab es die Durchsuchungen“, sagt Silinger. Herrmann Heldermann, Gehrdens Bürgermeister, war überrascht: „Wir haben gemeinsam mit der Region verschiedene Sanierungskonzepte und einen groben Zeitplan erstellt – das alles ist der Staatsanwaltschaft eigentlich bekannt.“

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