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Aus der Stadt Polizei verhindert Massenschlägerei
Hannover Aus der Stadt Polizei verhindert Massenschlägerei
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00:18 27.10.2015
Von Jörn Kießler
Quelle: Dillenberg
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Hannover

Mit einem Großaufgebot hat die Polizei am Sonnabend eine Massenschlägerei unter Fußballchaoten in Hannover verhindert. Rund 240 gewaltbereite Anhänger von Hannover 96 und Eintracht Frankfurt hatten sich offenbar in der Innenstadt verabredet, um sich zu prügeln. Den Einsatzkräften gelang es jedoch, ein Aufeinandertreffen der beiden Lager zu verhindern. Etwa 130 Frankfurter Fans wurden anschließend bis an die Landesgrenze nach Hessen eskortiert. Trotz des Einsatzes von mehreren Hundertschaften sowie der Pferde- und Hundestaffel konnte die Polizei kleinere Scharmützel zwischen den vermeintlichen Fans nicht verhindern. Die Ermittler suchen nun Zeugen und Geschädigte von zwei Vorfällen in der Calenberger Neustadt und in Ricklingen.

Bereits im Vorfeld der Bundesligapartie zwischen den Roten und Eintracht Frankfurt hatten die Polizei Hinweise darauf, dass sich Hooligans aus beiden Fanlagern zu einer Schlägerei in Hannover verabredet hatten. Am Vormittag traf dann eine Gruppe von etwa 140 polizeibekannten Gewalttätern mit ihren Autos in Weetzen ein. Dort stiegen die Hooligans in die S-Bahn in Richtung Bismarckbahnhof. Gegen 10.40 Uhr wollten sie mit der Stadtbahn von der Haltestelle Kinderkrankenhaus auf der Bult in Richtung Hauptbahnhof reisen. Zeitgleich trafen sich etwa 100 gewaltbereite 96-Anhänger an der Stadtbahnhaltestelle Geibelstraße, um ebenfalls zum Hauptbahnhof zu fahren.

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Gewaltbereite Fans des Fußballvereins Eintracht Frankfurt wurden vor Spielbeginn Hannover 96 gegen Eintracht Frankfurt von der hannoverschen Polizei mit zwei Üstra-Bussen an die hessische Grenze eskortiert.

Die Polizei fuhr daraufhin an beiden Haltestellen großes Besteck auf, um zu verhindern, dass die Gruppen aufeinander treffen. Während sich die 96-Fans offenbar überzeugen ließen, sich von der Altstadt in Richtung Stadion zu begeben, musste die Polizei die Eintracht-Fans am Bischofsholer Damm zeitweise in Gewahrsam nehmen. Dafür wurde die Straße in Richtung Zentrum gesperrt, die Beamten kesselten die Chaoten ein, nahmen die Personalien auf und stellten unter anderem Quarzsandhandschuhe, Mundschutze und Vermummungsmaterial sicher. Anschließend erteilte die Polizei den Hooligans einen Platzverweis und brachte sie mit zwei Bussen der Üstra zurück nach Weetzen. Dort mussten die Frankfurtfans ihre Autos nehmen und wurden von der Polizei über die A 7 bis an die hessische Landesgrenze eskortiert. Als diese Nachricht die Runde machte, verließ etwa die Hälfte der Eintrachtfans, die bereits im Stadion waren, aus Solidarität die HDI-Arena.

Obwohl die Einsatzkräfte es schafften, diese Gefahr zu bannen, kam es zu zwei weiteren Auseinandersetzungen nach dem Ende der Partie. Gegen 17.30 Uhr griffen zwei 26 und 28 Jahre alte 96-Anhänger einen Mann am Hannah-Arendt-Weg an. Drei Zeugen beobachteten wie ein weiterer Unbeteiligter dazwischen ging und daraufhin mit Stöcken angegriffen wurde. Als sie daraufhin dem etwa 50 Jahre alten Mann zu Hilfe eilten, prügelten die beiden Hannoverfans auch auf sie mit Stöcken ein. Die drei jungen Männer alarmierten daraufhin die Polizei, die die gewaltbereiten 96-Fans an der Karmarschstraße festnehmen konnten. Gegen sie wurde ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

Etwa eine Stunde später stürzte sich eine weitere Gruppe Hannoverfans auf einen mit Frankfurtfans besetzten Kleinbus an der Friedrich-Ebert-Straße. Gemeinsam prügelten die rund zehn Personen auf das Auto ein und versuchten, die Türen zu öffnen. Herbeieilende Polizisten konnten Schlimmeres verhindern und einen 22-Jährigen festnehmen. Der Rest der Gruppe konnte flüchten.

Die Polizei bittet Zeugen, die die Vorfälle beobachtet haben, aber vor allem den Mann, der am Hannah-Arendt-Weg angegriffen wurde, den etwa 50 Jahre alten Mann und die Insassen des Kleinbusses, sich unter der Telefonnummer (0511) 109 3920 zu melden.