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Aus der Stadt Illegaler Webshop für Drogen ausgehoben
Hannover Aus der Stadt Illegaler Webshop für Drogen ausgehoben
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20:26 02.01.2015
Von Jörn Kießler
Einen Webshop mit neuen psychoaktiven Substanzen – hier ein Symbolbild – hat die Polizei in Linden-Nord ausgehoben.
Einen Webshop mit neuen psychoaktiven Substanzen – hier ein Symbolbild – hat die Polizei in Linden-Nord ausgehoben. Quelle: dpa/Symbolbild
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Hannover

Mit der Verhaftung eines 46 Jahre alten Mannes können Polizei und Staatsanwaltschaft einen wichtigen Schlag gegen den Drogenhandel in Hannover verbuchen. Der Lindener hatte fast zwei Jahre lang gemeinsam mit einem 51 Jahre alten Gehilfen aus Garbsen mit sogenannten neuen psychoaktiven Substanzen (npS) gehandelt. Von seiner Wohnung in Linden-Nord aus verkaufte er die besonders gefährlichen synthetischen Designerdrogen, die etwa als Badezusatz getarnt werden, über einen illegalen Internetshop an Konsumenten in aller Welt. Allein im vergangenen Jahr soll er damit nach Informationen der Polizei einen Umsatz von mehr als 100 000 Euro gemacht haben. Wie gestern bekannt wurde, stellten die Drogenfahnder der Polizei bei einer Razzia am 17. Dezember im Kötnerholzweg 3,5 Kilogramm der teilweise verbotenen Substanzen sowie 50 Kilogramm Nahrungsergänzungsmittel sicher, die zum Strecken der Stoffe benutzt werden.

Im Internet auf den Hauptverdächtigen aufmerksam geworden waren die Ermittler der Zentralen Kriminalinspektion zur Bekämpfung des Drogenhandels bereits im Juni. Er hatte bereits 2012 einen Webshop unter falschem Namen und falscher Adresse eröffnet, über den er 165 Kunden im In- und Ausland mit den npS versorgte. Dafür mussten die Interessenten sich vorher um die Aufnahme in seine Kundendatei bewerben und eine Aufnahmegebühr bezahlen. Anschließend konnten sie die Drogen, die nach Aussage des Betreibers nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fielen, bestellen und bekamen sie von Hannover aus zugeschickt.

Weiterführende Untersuchungen des Landeskriminalamtes ergaben jedoch, dass sich in den kleinen Tüten, in denen die Drogen verkauft wurden, durchaus illegale Substanzen befanden, diese jedoch falsch deklariert waren. Die Durchsuchung der Räume am Kötnerholzweg bestätigte diesen Verdacht. Unter den sichergestellten Produkten fanden die Polizisten diverse, die laut Betäubungsmittelgesetz verbotene Wirkstoffe enthielten.

Gegen den Betreiber und seinen Mitarbeiter ermittelt die Polizei nun wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Sozialleistungsbetrug, Handel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und Steuerhinterziehung. Die Internetseite, über die die Konsumenten die Drogen bestellen konnten, wurde mittlerweile aus dem Netz genommen. Auch die beiden Verdächtigen kamen nach der Aufnahme ihrer Personalien wieder auf freien Fuß. Der 46-Jährige räumte der Polizei gegenüber ein, dass er den Webshop betrieben hatte.

Die Razzia in Linden war bereits die sechste erfolgreiche, groß angelegte Aktion gegen den Drogenhandel in der Region Hannover im vergangenen Jahr. Bereits im Mai sprengten LKA und Zoll einen Drogenschmugglerring, der von Hannover aus operierte. Im Juni hob die Polizei eine Cannabis-Plantage mit mehr als 200 Pflanzen in einem Keller in Brink-Hafen aus. Bei einer zweiten bundesweiten Razzia im selben Monat räumten die Fahnder insgesamt 15 Plantagen. Auf die Spur der Drogenzüchter hatte sie ein 37 Jahre alter Mann aus Hannover gebracht, der in der Südstadt einen sogenannten Growshop betreibt. Er soll nicht nur Tipps zum Anbau von Cannabis gegeben haben, sondern seinen Kunden auch bei Handel im großen Stil behilflich gewesen sein.
Auch nach diesem Erfolg wurden die Drogenfahnder der Polizei in Hannover noch mehrfach fündig. Im Juli gingen den Beamten fünf Drogendealer ins Netz, die mit Heroin für mehr als 100 000 Euro gehandelt haben sollen. Einen Monat später fanden die Ermittler eine Marihuanaplantage mit knapp 400 Pflanzen in einer Lagerhalle in Mellendorf.

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