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Aus der Stadt Polizei identifiziert Tote aus Linden
Hannover Aus der Stadt Polizei identifiziert Tote aus Linden
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20:22 23.07.2012
Von Vivien-Marie Drews
Foto: Die tote Frau war am Freitag in einem Pappkarton in Linden gefunden worden.
 Die tote Frau war am Freitag in einem Pappkarton in Linden gefunden worden. Quelle: May
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Hannover

Drei Tage lang hatten die Ermittler geforscht, um wen es sich bei der unbekannten Toten handeln könnte. Der entscheidende Tipp kam aus dem Bekanntenkreis der Verstorbenen, nachdem die Polizei eine genaue Beschreibung der Toten veröffentlicht hatte: auffällig klein und dünn, rothaarig und mit einer Warze auf der rechten Wange.

Das Schicksal der jungen Deutschen bleibt rätselhaft. Bei ihren Verwandten hatte sie sich zuletzt vor etwa fünf Wochen gemeldet. Seitdem war Sonja M. verschwunden und auch nicht mehr mit festem Wohnsitz in Hannover gemeldet. Nach Informationen der HAZ hielt die junge Frau sich häufig in Linden-Nord auf. Ob sie dort auch wohnte, ist nicht bekannt.

Direkt gegenüber der Grünanlage in der Salzmannstraße, in der am Freitagmorgen ihr Leichnam gefunden wurde, liegt das Café „40 Quadrat“. Dort holte sie regelmäßig Kaffee zum Mitnehmen. „Sie war bereits im vergangenen Sommer unsere Kundin“, sagte Cafébetreiberin Gönül Gürsoy am Montag. Sonja M. sei ihr aufgefallen, weil sie auffällig dünn gewesen sei. „Sie hat einen gepflegten, sehr ruhigen, vor allem aber distanzierten Eindruck auf mich gemacht“, sagte Gürsoy.

Gegenüber der Grundschule Salzmannstraße haben Mitarbeiter einer Reinigungsfirma am Freitagmorgen im Gebüsch eine Frauenleiche in einem Pappkarton gefunden.

Die Polizei hatte zunächst vermutet, dass Sonja M. einer Straftat zu Opfer gefallen sein müsste. Dann stellte sich heraus, dass sie eines krankheitsbedingten natürlichen Todes gestorben war. Um so unverständlicher ist, warum jemand ihren Leichnam in einem Pappkarton in dem kleinen Park zwischen Ihmeufer und Pfarrlandplatz ablegte. „Vielleicht stand derjenige, der sie gefunden hat oder in dessen Wohnung sie starb, unter Schock und wusste einfach nicht, was er tun soll“, mutmaßte am Montag eine Anwohnerin. Oder der Unbekannte habe keinen Notarzt rufen wollen, weil dann automatisch auch die Polizei informiert worden wäre. „Da will offenbar jemand etwas verschleiern – worum auch immer es in diesem Fall geht“, vermutet Cafébetreiberin Gönül Gürsoy.

Nach Angaben der Polizei hatte Sonja M. in der Vergangenheit Kontakt ins Drogenmilieu. Merkwürdig ist, dass ihr Leichnam nur mit einem roten T-Shirt und Socken bekleidet war. Unterwäsche hatte die junge Frau nicht am Körper.

Die Polizei sucht weiter nach Zeugen, die Hinweise darauf geben können, wer den Leichnam an der Salzmannstraße abgelegte, oder wo Sonja M. sich in den vergangenen Wochen aufhielt. Am Montag veröffentlichten die Beamten ein Bild von dem Karton, in dem der Leichnam verpackt war. Er ist 1,80 Meter lang, nur 40 Zentimeter breit und 20 Zentimeter hoch. Die Verpackung ist mit keinerlei Kennzeichen versehen, die Rückschlüsse auf die Herkunft erlauben. Der Unbekannte, der den Leichnam ablegte, benutzte silbergraues Klebeband, um den Karton fest zu verschließen.

Hinweise nehmen die Ermittler unter der Telefonnummer (05 11) 1 09 55 55 entgegen.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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