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Aus der Stadt Polizei kommt bei Einbrecherschutz nicht hinterher
Hannover Aus der Stadt Polizei kommt bei Einbrecherschutz nicht hinterher
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22:05 26.05.2015
Von Tobias Morchner
Schwachstellen geschützt: Hausbesitzerin Jutta Voß aus Sievershausen, bei der vor geraumer Zeit eingebrochen wurde, hat sich von der Polizei beraten lassen – und erhielt eine Plakette des Netzwerkes „Zuhause sicher“. Quelle: Dröse
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Hannover

Wer sich in Hannover von der Polizei bei der Einbruchsprävention helfen lassen will, muss lange warten - so lange wie in keiner anderen niedersächsischen Stadt. Nirgendwo müssen die Bürger derzeit mehr Geduld mitbringen, wenn sie eine sogenannte sicherheitstechnische Beratung durch die Beamten wünschen.

405 Tage warten auf eine Beratung

Im Schnitt dauert es 85 Tage, bis die Präventionsspezialisten einen Termin wahrnehmen können. Ein Betroffener musste sogar 405 Tage auf ein Beratungsgespräch warten. In Braunschweig sind die polizeilichen Berater im Schnitt innerhalb von acht Tagen zur Stelle, in Göttingen beträgt die Wartezeit durchschnittlich elf, in Osnabrück lediglich drei Tage. Das geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Editha Lorberg und Thomas Adasch hervor, die der HAZ vorliegt.

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Nach Angaben des Ministeriums begründet die Polizeidirektion Hannover die außergewöhnlich langen Wartezeiten mit einer deutlich gestiegenen Zahl der Anfragen für eine Beratung sowie mit Personalausfällen. Die Behörde habe auf großen Messen wie der ABF oder der Infa Werbung für ihre Präventionsarbeit gemacht und die entsprechende Resonanz darauf erhalten.

Doch das Interesse der Bürger an Tipps zu einem besseren Schutz vor Einbrechern ist auch bei den Behörden in anderen Städten hoch. In Braunschweig gab es im vergangenen Jahr 2005 Präventionsanfragen - in Hannover waren es lediglich 1728. Insgesamt wurden im Jahr 2014 in Braunschweig 7802 Personen beraten, in Hannover lag die Zahl bei 4605. Mit anderen Worten: obwohl es in Hannover weniger Anfragen und weniger Beratungen gab als in Braunschweig, war die Wartezeit in der Landeshauptstadt deutlich länger.

Das Problem hat die Behörde inzwischen selbst erkannt. „Die Polizeidirektion Hannover hat bereits Anfang Februar dieses Jahres Maßnahmen eingeleitet, um die Wartezeiten insgesamt zu verkürzen“, teil das Innenministerium mit. Konkret bedeutet das: Die ursprünglich vier Präventionsberater erhalten seitdem Unterstützung von drei weiteren Kollegen. Durch die Verstärkung erhofft sich die Polizeidirektion, „dass die durchschnittliche Wartezeit für ein anlassunabhängiges Beratungsgespräch innerhalb dieses Jahres dem Landesmittel angeglichen wird“, erklärt das Innenministerium.

Zahl der Einbrüche rückläufig

Die Statistiker der Polizeidirektionen in Niedersachsen verzeichneten im vergangenen Jahr insgesamt 14.654 Einbrüche. In Hannover waren es 3048. Die Zahlen sind im Vergleich zum Jahr davor zwar rückläufig. Doch wie das Innenministerium in seiner Stellungnahme betont, müssen Einbruchsopfer neben dem materiellen Schaden zum Teil auch mit schwerwiegenden psychischen Folgen klarkommen. Die Beeinträchtigungen können zum Teil so gewaltig sein, dass Opfer von Einbrechern umziehen müssen. Eine Beratung durch die Polizei zum Schutz vor Einbrechern ist also in mehrfacher Hinsicht sinnvoll.

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