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Aus der Stadt Polizei kontrolliert vor Grundschulen
Hannover Aus der Stadt Polizei kontrolliert vor Grundschulen
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21:26 28.05.2013
Von Bärbel Hilbig
Hans-Peter Schütte von der Polizei Hannover kontrolliert vor der Olbersschule in Döhren.
Hans-Peter Schütte von der Polizei Hannover kontrolliert vor der Olbersschule in Döhren. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Die Polizisten, die am Dienstagmorgen in leuchtend gelben Westen vor mehreren Grundschulen in Hannover standen, waren nicht zu übersehen. Etliche Eltern erkannten die Situation sofort: In der Döhrener Olbersstraße etwa hielten sie mit ihren Fahrzeugen nicht wie sonst direkt vor der Schule, sondern bogen vorher ab, ließen die Kinder aussteigen und die paar Meter zur Schule zu Fuß gehen. An anderen Tagen funktioniert dies nicht so vorbildlich. Die Olbersstraße ist morgens häufig von rangierenden Autos blockiert, zwischen denen Kinder sich unter Gefahr einen Weg suchen müssen.

Auf solche und andere Risiken will die Polizei verstärkt aufmerksam machen. Vor sieben Grundschulen kontrollierte sie am Dienstag 229 Fahrzeuge und schaute dabei auch nach, ob die Kindern richtig gesichert waren. So registrierte Klaus Theune, Kontaktbeamter in Döhren, in einem Wagen vier Kinder; Sitzschalen gab es aber nur für zwei. Der Vater und Fahrer guckte schuldbewusst. „Auf die Rückbank passen nicht so viele Kindersitze“, setzte er zur Rechtfertigung an. Theune blieb ruhig, aber unerbittlich und kassierte 40 Euro Verwarngeld. „Zumindest für Sitzschalen ist Platz.“ Dabei wollte der Vater alles richtig machen. Er nimmt die Kinder einer anderen Familie mit, deren Eltern holen alle nach der Schule wieder ab. „Das spart viel Zeit und Geld. Und vor der Schule ist ein Auto weniger unterwegs.“ In Zukunft wird er an Sitzschalen denken.

In insgesamt neun Fällen kassierte die Polizei Bußgelder, weil Kinder ohne Sitz transportiert wurden. Viele Eltern bekamen ein Infoblatt in die Hand gedrückt. Peter Trinks, Verkehrssicherheitsberater der Polizeidirektion Hannover, mahnt: Ohne Kindersitz sitzt der Gurt bei Kindern, die kleiner als 1,50 Meter sind, zu hoch. Bei abruptem Bremsen oder einem Aufprall können sie schwer verletzt oder sogar stranguliert werden.

Auch andere Vergehen wurden bei den Kontrollen geahndet: 14-mal waren Eltern oder Kinder nicht angeschnallt. Zwei Eltern telefonierten beim Fahren. In 18 Fällen waren die Kindersitze nicht ausreichend mit Gurt gesichert.

Die Aktion der Polizei fand im Vorfeld der dritten „Woche der Verkehrssicherheit“ statt, mit der Stadt, Polizei, Verkehrswacht Hannover und ADAC ab Montag zur Rücksichtnahme auf Kinder im Straßenverkehr aufrufen. Hintergrund sind die hohen Kinderunfallzahlen in Hannover. Neben Autofahrern im allgemeinen bleiben Eltern eine wichtige Zielgruppe der Präventionsarbeit

Wie wichtig dies ist, zeigte sich auch am Dienstag. So preschte ein Vater vor der Schule in der Olbersstraße mit seinem Wagen über die Gegenfahrbahn auf den Fußweg. Und stand dann im Halteverbot - auf dem Bürgersteig, entgegen der Fahrtrichtung. „Ich hab’s heute eilig, das müssen Sie doch verstehen“, ließ er die Polizisten wissen.

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