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Aus der Stadt Polizei lässt Autoschieberbande auffliegen
Hannover Aus der Stadt Polizei lässt Autoschieberbande auffliegen
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00:19 15.05.2015
Von Tobias Morchner
Quelle: Symbolbild
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Die drei Männer im Alter von 23, 25 und 32 Jahren gehören nach Angaben der Polizei zu einer etwa 30-köpfigen Großfamilie aus Südosteuropa, deren Mitglieder alle in die illegalen Machenschaften verstrickt sein sollen. Die Drahtzieher hinter den Betrügereien sitzen in U-Haft.

Mit kleinen Fischen gaben sich die Autoschieber den Ermittlungen der Polizei zufolge nie zufrieden. Stets hatten sie es auf im Internet angebotene Fahrzeuge in der Preiskategorie zwischen 20.000 und 40.000 Euro abgesehen. In einem Fall sollen sie sich einen Porsche Cayenne im Wert von 61.000 Euro ergaunert haben.

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Ihre Masche funktionierte so: In der Regel nahm der 25-Jährige telefonisch Kontakt zu den Inserenten der Autos auf. Vorab ließen sie sich von den gutgläubigen Verkäufern die Fahrzeugpapiere zusenden. Anschließend erhöhten sie den Druck auf die Verkäufer, das Geschäft möglichst schnell abzuschließen. Den Kaufpreis wollten sie per schneller Überweisung oder „unwiderruflicher Bareinzahlung“ begleichen. Doch die Verkäufer sahen von dem Geld keinen Cent. Während sie auf die vereinbarte Summe warteten, wurden die Autos über Strohmänner innerhalb kürzester Zeit bei unterschiedlichen Zulassungsstellen umgemeldet, an Autohäuser oder Einzelpersonen weiterverkauft. Selbst wenn die Geschädigten später ihren Wagen auf dem Internetportal eines Autohändlers entdeckten, hatten sie keine rechtliche Handhabe, den Wagen beschlagnahmen zu lassen. Denn der Händler konnte immer mit Fug und Recht behaupten, er habe den Wagen guten Glaubens von einem Kollegen erworben.

Bei der Razzia beschlagnahmten die Ermittler drei hochwertige Fahrzeuge, die die Bande mutmaßlich auf betrügerische Weise erworben hatte – einen VW T 4 vom Bodensee, einen Audi A 5 aus Kempten und einen Audi A 7 aus Lippe in Nordrhein-Westfalen. Zudem beschlagnahmten sie einen fünfstelligen Bargeldbetrag. Bislang ist unklar, wie viele Fahrzeuge die Bande insgesamt verschoben hat , wie groß der Schaden ist, den sie damit angerichtet haben, und seit wann sie von Hannover aus ihren illegalen Geschäften nachgeht. Die Ermittlungen der Polizei stehen in diesen Punkten noch ganz am Anfang.

Die Polizei warnt alle Autobesitzer, die ihren Wagen privat im Internet zum Verkauf anbieten, nicht auf Zahlungsversprechen einzugehen, sondern ihren Wagen und die Papiere erst dann aus der Hand zu geben, wenn sie den vereinbarten Kaufpreis auch tatsächlich erhalten haben.

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