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Aus der Stadt Polizei prüft Bekennerfilm vom Krümelmonster
Hannover Aus der Stadt Polizei prüft Bekennerfilm vom Krümelmonster
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00:15 19.02.2013
Foto: Ist er's oder ist er's nicht? Die Polizei prüft das Interview der vier angeblichen Fädenzieher hinter dem Keksklau.
Ist er's oder ist er's nicht? Die Polizei prüft das Interview der vier angeblichen Fädenzieher hinter dem Keksklau. Quelle: dpa
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Hannover

Nachdem der Fernsehsender RTL ein Video mit den angeblichen Entführern des vergoldeten Leibniz-Kekses gezeigt hat, hat Hannovers Polizei gestern in Köln einen Mitschnitt der Sendung angefordert. Ein RTL-Sprecher bestätigte, dass die erbetene DVD „auf dem Postweg verschickt“ worden sei. Auf die Idee, die digitalen Daten per E-Mail anzufordern oder das Filmchen von den Internetseiten per Datenstream im Netz herunterzuladen, ist man bei der Polizei offenbar nicht gekommen.

Das "Krümelmonster" stahl im Januar 2013 den Keks vom Bahlsen-Stammhaus. Die ganze Affäre zum Nachlesen.

RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer blieb auch am Freitag bei der Darstellung, dass der Sender von der Authentizität des Beitrags überzeugt sei. Die Produktionsfirma, die den Beitrag gedreht hat, sei zuverlässig. Den Namen des Zulieferers wolle man aber weiterhin nicht preisgeben. Auch hat man RTL weder selbst mit den angeblichen Tätern gesprochen noch das angebliche Original des Bekennerschreibens in der Hand. Dieses sei aber eingehend geprüft worden, sagt Bolhöfer. In dem Fernsehbeitrag brüsten sich drei Männer und eine Frau damit, den weltweit beachteten Coup geplant und organisiert zu haben. Sie wollten sich aber erst in fünf Jahren zu erkennen geben, weil sie Strafverfolgung fürchteten.

Spendenaktion startet

Unterdessen lief am Freitag die Bewerbungsfrist für die 52.000 Packungen Leibniz-Kekse ab, die Bahlsen aus Dankbarkeit für die Rückgabe des Goldkekses an 52 soziale Einrichtungen spenden will. 1200 Bewerbungen seien eingegangen, sagt Bahlsen-Sprecherin Bianca Milz, davon 400 aus der Region, aber auch welche etwa aus Bolivien, Indien, Thailand, Brasilien und Südafrika. Dorthin zu liefern werde allerdings nicht einfach. Nächste Woche entscheide das Los, wer den Zuschlag bekommt. „Wir wollen dann auch schnellstmöglich liefern“, verspricht Milz. Der Keks war im Januar von der Fassade der Firmenzentrale in der Podbielskistraße gestohlen worden, die anschließenden Bekennerschreiben mit Forderungen zugunsten sozialer Einrichtungen hatten die ganze Welt bewegt. Die „Belohnung“ von 52.000 Keksen basiert auf der Zahl der Ecken am heutigen Keks – es sind 52.

Conrad von Meding und Stefanie Nickel

Heiko Rehberg 18.02.2013