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Aus der Stadt Polizei sucht Opfer von Mädchengang und Zeugen
Hannover Aus der Stadt Polizei sucht Opfer von Mädchengang und Zeugen
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21:41 24.06.2010
Von Vivien-Marie Drews
Tatort Haltestelle: Zweimal schlug das Quartett an der Wiehbergstraße zu.
Tatort Haltestelle: Zweimal schlug das Quartett an der Wiehbergstraße zu. Quelle: Christian Burkert
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Die vier Jugendlichen hatten am Dienstag zwischen 21 und 23 Uhr verschiedene Passanten wahllos beschimpft, geschlagen, bespuckt und beraubt. Der Polizei Hannover ist bisher kein vergleichbarer Fall bekannt, in dem von einer Gruppe junger Frauen ein solches Maß an willkürlicher Aggression ausging. Die Beamten ermitteln wegen Körperverletzung, Beleidigung und räuberischer Erpressung.

Auf ihre ersten Opfer – zwei 13 und 15 Jahre alte Schülerinnen – waren die Mädchen gegen 21 Uhr an einer Stadtbahnhaltestelle in Döhren gestoßen. Die Mädchengang fragte die beiden nach einer Zigarette. Als die Schülerinnen nicht aushelfen konnten, verpasste eine 16-Jährige der 15-Jährigen einen Faustschlag ins Gesicht, durchsuchte die Tasche des Opfers und steckte einige Kosmetikartikel ein. Etwa eine Stunde später gingen die Mädchen an einer anderen Haltestelle in Hannover-Mittelfeld auf einen 19-Jährigen los – auch er hatte ihnen keine Zigarette geben können.

Gegen 23 Uhr tauchte die Gruppe wieder an der ersten Haltestelle auf und schlug dort einer 18-Jährigen ins Gesicht. Kurz darauf konnten die Mädchen in der Hildesheimer Straße festgenommen werden. Wie inzwischen bekannt wurde, lebt eine der Beteiligten in einer Wohngruppe des Stephansstifts. „Die Gruppenmitglieder werden rund um die Uhr pädagogisch betreut. Sie haben altersgemäßen Ausgang“, sagte gestern Brigitte Tegtbauer, Regionalleiterin für sozialpädagogischen Wohngruppen.

Das Mädchen hätte bis spätestens 22 Uhr in die Einrichtung zurückkehren müssen. „Wie bei allen anderen Jugendlichen kommt es vor, dass die Bewohner sich mal verspäten“, sagte Tegtbauer. Tauche einer der Bewohner bis 24 Uhr nicht auf, müsse die Polizei informiert werden. Der Vorfall vom Dienstag dürfe nicht zur Konsequenz haben, dass das Mädchen aus der Gruppe ausgeschlossen werde. „Wir müssen diese Probleme aushalten und den Jugendlichen Halt geben“, sagte Tegtbauer.

Die Mitglieder der Wohngruppe stammen überwiegend aus völlig zerrütteten Familienverhältnissen. Detaillierte Angaben zur Vergangenheit der 16-Jährigen wollte Tegtbauer nicht machen. Bekannt ist aber, dass das Mädchen bereits mehrfach wegen Gewalt- und Eigentumsdelikten auffällig geworden ist. Die Polizei hofft auf weitere Zeugenhinweise.

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