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Aus der Stadt Polizei sucht bei Kanalschiffern nach Raubmörder
Hannover Aus der Stadt Polizei sucht bei Kanalschiffern nach Raubmörder
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20:47 26.03.2015
Von Tobias Morchner
Dieses Bild vom Täter stammt aus einer Überwachungskamera. Foto: dpa (Archiv)
Hannover

„Mehrere Tatorte liegen in unmittelbarer Nähe von Wasserstraßen“, sagt Staatsanwältin Anna Tafelski. Auch der Stöckener Supermarkt, den der Gesuchte am 4. Dezember überfiel und wo er einen 21-Jährigen erschoss, liegt nur wenige Hundert Meter vom Mittellandkanal entfernt.

Die Fahnder hörten sich an drei verschiedenen Schleusen um, befragten Wärter und Mitarbeiter. „Eine konkrete Spur hat sich daraus aber bislang nicht ergeben“, sagt Tafelski.

Damit hat sich bereits die dritte Vermutung der Ermittler in diesem Fall in Luft aufgelöst. Zunächst hatten die Beamten angenommen, der Mann mit dem osteuropäischen Akzent sei möglicherweise spielsüchtig und begehe die Taten auch deshalb in so hoher Frequenz, weil er seine hohen Spielschulden begleichen müsse. Aus den Reihen der Spielothekenbetreiber gab es allerdings bislang keinerlei Hinweise auf den etwa 40 bis 60 Jahre alten Mann. Auch die zwischenzeitlich gehegte Vermutung, der Raubmörder sei möglicherweise als Fernfahrer tätig, hat sich bislang nicht bestätigt. Viele Tatorte liegen tatsächlich in der Nähe der Autobahn 2. Andere Taten, die dem Mann zugeschrieben werden, beispielsweise der Überfall auf einen Supermarkt in Sehnde im Juli 2014, sind dagegen kilometerweit von einer Anschlussstelle entfernt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft können die Ermittler dem Stöckener Raubmörder bislang sieben Taten gesichert zuschreiben. Möglicherweise kommt demnächst eine achte Tat hinzu. „Wir warten derzeit noch auf die Ergebnisse der ballistischen Untersuchung im Zusammenhang mit dem Überfall auf einen Supermarkt in Dessau“, sagt Staatsanwältin Tafelski.

Darüberhinaus überprüfen die Ermittler 30 weitere Supermarktüberfälle, die möglicherweise auf das Konto des Gesuchten gehen. Der mutmaßliche Raubmörder von Stöcken ist etwa 1,65 bis 1,75 Meter groß, korpulent und hat kurze blonde, leicht grau melierte Haare. Er trug in aller Regel eine Mütze. Bei dem Überfall in Stöcken hatte er eine auffällige rote Jacke an. In vielen Fällen flüchtete der Räuber zunächst mit einem Fahrrad vom Tatort. Die Ermittler gehen davon aus, dass er es später in einem Auto verstaute und seine Flucht fortsetzte. Er ist bewaffnet und gilt als sehr gefährlich. Die Polizei rät dringend davon ab, sich ihm zu nähern. Hinweise zur Identität des Mannes nimmt die Kriminalpolizei unter der Nummer (05 11) 1 09 55 55 entgegen.

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