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Aus der Stadt Polizei sucht weiter Frau aus Burgwedel
Hannover Aus der Stadt Polizei sucht weiter Frau aus Burgwedel
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22:27 03.12.2010
Von Vivien-Marie Drews
Attraktiv, modebewusst und lebenslustig, so beschreiben Bekannte Çiçek Ö., die seit Wochen vermisst wird. Quelle: privat

Seit fast sieben Wochen ist die 19-jährige Schülerin nun verschwunden. Die Kriminalpolizei geht inzwischen davon aus, dass sie Opfer einer Straftat geworden sein könnte.

Attraktiv, modebewusst und lebenslustig, so beschreiben Bekannte Çiçek Ö. Sie kam in Deutschland zur Welt, wuchs in Burgwedel auf. Ihre Eltern gehören der kurdischsprachigen Religionsgemeinschaft der Jesiden an. Als das Mädchen ein Jahr alt ist, ereilt ein Schicksalsschlag die Familie: Der Vater kommt bei einem Unfall ums Leben. Die Mutter muss von da an allein für Çiçek und deren älteren Bruder sorgen. Unterstützt wird sie von Angehörigen ihres Mannes, die ebenfalls in Burgwedel leben. Zwei seiner Brüder betreiben eine Firma für Gartenpflege, der andere arbeitet im Einzelhandel und erwirbt sich als Kommunalpolitiker einen Namen. In einem Neubaugebiet baut die Großfamilie ein Haus. Bis Mitte Oktober lebt Çiçek Ö. dort Tür an Tür mit ihren Verwandten.

„Warum geht die Polizei plötzlich von einem Verbrechen aus?“, fragt ein Angehöriger. Nach dem Verschwinden der jungen Frau am 18. Oktober habe die Familie bereits am nächsten Tag eine Vermisstenanzeige aufgegeben. „Sie wollte eine Cousine im Ort besuchen, doch am nächsten Morgen war sie noch immer nicht zurück“, berichtet der Verwandte. Die Ermittler hätten das Umfeld der 19-Jährigen daraufhin „überprüft“, sagt ein Polizeisprecher. Dabei seien sie auf keinerlei Hinweise gestoßen, die auf eine Straftat hingedeutet hätten. Vielmehr gingen die Beamten zunächst davon aus, die junge Frau habe womöglich aus freien Stücken beschlossen zu gehen. Inzwischen sehen die Kriminalpolizisten das anders. Vergangene Woche entschieden sie, die Öffentlichkeit über den Fall zu informieren. Erst Wochen nach dem Verschwinden der jungen Frau bitten die Ermittler nun die Bevölkerung um Mithilfe und hoffen auf das gute Erinnerungsvermögen möglicher Zeugen. Details zu den Hinweisen, die sie nun skeptisch stimmen, wollen die Beamten aus ermittlungstaktischen Gründen nicht preisgeben.

Bereits vor mehreren Wochen nahmen die Ermittler im Fall Çiçek Ö. Kontakt zu dem Verein gegen Zwangsheirat „kargah“ auf. Die Organisation betreibt ein Krisentelefon und gilt in Niedersachsen als erste Anlaufstelle für betroffene Frauen. Doch niemand dort kennt Çiçek Ö. „Zwangsheirat ist kein Thema bei uns. Wir sind eine integrierte Familie und traurig über alle Spekulationen in diese Richtung“, sagt ein Angehöriger.

Die 19-jährige Çiçek sei eine fröhliche, unbeschwerte und sehr selbstbewusste Frau, sagt er. Ihre Leistungen in der Schule seien gut, in ihrer Freizeit ziehe sie mit Freundinnen los. Ihren Realschulabschluss schaffte die junge Frau im Jahr 2007 ohne Probleme, die anschließende Suche nach einer Lehrstelle verlief allerdings erfolglos. Zuletzt besuchte Çiçek Ö. eine Berufsschule in Hannover. Was danach kommen sollte, war offen. Seit Mitte Oktober ist ihr Stuhl im Klassenzimmer nun unbesetzt geblieben. „Wir hoffen inständig auf ein Lebenszeichen“, sagt der Verwandte.

Was geschah mit Çiçek Ö.? „Wir wissen es schlicht nicht“, sagt ein Polizeisprecher. Die junge Frau soll ihr Mobiltelefon bei sich haben. Seit ihrem Verschwinden ist es nicht einmal eingeschaltet worden.

Hinweise von Zeugen, die Angaben zu Çiçek Ö. machen können, nimmt die Polizei unter der Telefonnummer (05 11) 1 09  55 55 entgegen.

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