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Aus der Stadt Polizei verhindert Punkertreffen in Hannover
Hannover Aus der Stadt Polizei verhindert Punkertreffen in Hannover
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21:10 16.05.2010
Von Tobias Morchner
Punker werden von der Polizei bereits am Hauptbahnhof abgefangen. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Damals hatten sich etwa 500 Punker in Linden versammelt und die Beamten vollkommen überrascht. Gewalttätige Auseinandersetzungen, zahlreiche Verletzte und 50 Festnahmen waren die Folge.

Dieses Mal war die Polizei in Hannover deutlich besser aufgestellt. Gemeinsam mit Beamten der Bundespolizei verhinderten die Einsatzkräfte, dass die Punker den Bahnhof beziehungsweise den Vorplatz verlassen konnten. Sie nahmen die zumeist jungen und angetrunkenen Leute in der Regel bereits an den Bahnsteigen in Empfang. Nach der Überprüfung der Personalien erhielten die Punker Platzverweise oder sogar Aufenthaltsverbote. Viele von ihnen traten daraufhin freiwillig die Heimreise an. Wer sich aggressiv oder anderweitig auffällig verhalten hatte, wurde von uniformierten Polizisten begleitet. Probleme gab es kurzzeitig am Nachmittag. Gegen 14.30 Uhr wurden aus einer Gruppe von rund 50 Punkern, die aus Hamburg angereist waren, Flaschen auf Polizisten auf dem Ernst-August-Platz geworfen. Die Beamten brachten die Lage aber schnell wieder unter Kontrolle. Fast gleichzeitig nahm eine Hundertschaft eine 50-köpfige Gruppe von Punkern aus Bremen am Bahnsteig vorübergehend in Gewahrsam. Sie waren mit dem Metronom nach Hannover gereist und hatten im Zug randaliert.

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Auch in Sarstedt war die Polizei gefordert: 80 Punker, die in Hannover bereits einen Platzverweis erhalten hatten, versammelten sich dort gegen 16.30 Uhr am Bahnhof und wollten in die Innenstadt aufbrechen, um mit der Stadtbahn zurück nach Hannover zu fahren. Die Polizei verhinderte dies. In Herrenhausen beobachteten in der Nacht zu Sonntag Anwohner eines Parkplatzes in der Haltenhoffstraße einige Punker, die einen Nissan Micra umkippten und dadurch beschädigten.

Polizeivizepräsident Rainer Langer war mit dem Einsatz vom Sonnabend zufrieden: „Durch konsequentes Einschreiten ist es gelungen, das Treffen der Punker und damit möglicherweise auch Auseinandersetzungen zu verhindern“, sagte er. Seit den ersten sogenannten Chaostagen im Jahr 1983 war es in Hannover immer wieder zu zum Teil schweren Ausschreitungen gekommen. So etwa 2008 nach der Premiere des Films „Chaostage“. Die Situation war eskaliert, als eine größere Gruppe keinen Einlass mehr zu einem Punkkonzert erhielt und daraufhin Polizisten mit Flaschen und Steinen bewarf.

Bärbel Hilbig 16.05.2010
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