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Aus der Stadt Polizei verwarnt 200 von 216 Radlern
Hannover Aus der Stadt Polizei verwarnt 200 von 216 Radlern
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21:19 06.05.2010
Von Vivien-Marie Drews
Quelle: Christian Elsner (Symbolbild)

Durchgerissene Bremskabel, lose Radaufhängungen, Missachtung der Verkehrsregeln: In einer groß angelegten Kontrolle haben Beamte der Polizeidirektion Hannover 216 Radfahrer überprüft – und eine ernüchternde Bilanz ziehen müssen. In 200 Fällen – das entspricht etwa 93 Prozent der überprüften Personen – stellte die Polizei grobe Verstöße gegen die Verkehrsregeln oder erhebliche Sicherheitsmängel an den Fahrrädern fest.

Die Beamten hatten am Mittwoch zwischen 10 und 18 Uhr mehrere Kontrollstellen entlang der Hildesheimer Straße und der Marienstraße eingerichtet. Zusätzlich waren in dem Bereich mehrere Fahrradstreifen unterwegs. Im Laufe des Tages hielten die Beamten gezielt 216 Radfahrer an, die durch ihr Fehlverhalten im Straßenverkehr oder ein nicht verkehrssicheres Fahrrad auffielen. „In den meisten Fällen befuhren die Radler den Radweg entgegengesetzt der vorgeschriebenen Fahrtrichtung oder waren auf dem Gehweg unterwegs“, sagte Polizeisprecher Heiko Steiner.

„Das Ergebnis der Kontrolle überrascht mich leider nicht“, sagte gestern Gerd Schöler, Verkehrssicherheitsberater der Polizeidirektion Hannover. In der Region Hannover seien im vergangenen Jahr 2145 Radfahrer an Unfällen beteiligt gewesen, in 1030 Fällen verursachten sie die Zusammenstöße. Besonders verbreitet ist das Fahren auf der falschen Straßenseite. „Allein im Stadtgebiet ist es dadurch im vergangenen Jahr zu 88 Unfällen gekommen“, sagt Schöler. Vielen Radfahrern ist offenbar nicht bewusst, wann sie einen Radweg entgegen der allgemeinen Fahrtrichtung, also auf der linken Straßenseite befahren dürfen. „Es ist grundsätzlich vorgeschrieben, dass Radfahrer den Radweg auf der rechten Straßenseite zu benutzen haben“, sagt Schöler. Eine Ausnahme davon sei nur gestattet, wenn unter der Beschilderung, die auf den Radweg hinweist, ein weiteres Schild mit zwei Pfeilen in beide Richtungen zu finden sei, sagt Schöler.

Auch der Zustand vieler Fahrräder lässt nach Erfahrung des Sicherheitsexperten häufig zu wünschen übrig. „60 bis 70 Prozent der Räder sind nicht verkehrssicher“, sagt Schöler. Eine defekte Beleuchtung sei schon fast üblich. Regelmäßig stießen Polizeibeamte bei Kontrollen auf lockere Schrauben und defekte Radaufhängungen. Auch durchgerissene Bremskabel seien keine Seltenheit – selbst an den Fahrrädern von Kindern. „Dann wird es richtig gefährlich“, sagt Schöler.

Insgesamt wurden in der Region Hannover im vergangenen Jahr 1720 Radfahrer im Straßenverkehr verletzt, sieben Personen kamen ums Leben. In den kommenden Monaten will die Polizeidirektion weitere Schwerpunktkontrollen durchführen und Radfahrer auf die Gefahren im Straßenverkehr hinweisen. „Die Verkehrsregeln gelten auch für Radfahrer“, sagte Adolf Reeck vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub Region Hannover (ADFC). Viele Radfahrer zeigten sich leider uneinsichtig. „Sie sehen nicht, dass sie sich selbst am meisten gefährden“, sagte Reeck. „Die Frage ist: Wie kriegen wir das nur in ihre Köpfe?“

Bunt, vielseitig und ausgefallen soll sie werden – die 27. Auflage des Fährmannsfests in Linden. Die Grünanlagen rund um die Justus-Garten-Brücke verwandeln sich von Freitag, 30. Juli, bis Sonntag, 1. August, am Zusammenfluss der Ihme und Leine einmal mehr in Hannovers kleines Woodstock-Festival.

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