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Aus der Stadt Kurden überrumpeln Hannovers CDU
Hannover Aus der Stadt Kurden überrumpeln Hannovers CDU
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00:24 11.10.2014
Von Jörn Kießler
Die Anwesenheit mehrerer kurdischer Aktivisten in der CDU-Zentrale sorgte für Aufregung.
Die Anwesenheit mehrerer kurdischer Aktivisten in der CDU-Zentrale sorgte für Aufregung. Quelle: Dröse
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Hannover

Nachdem die Demonstranten, die nach eigener Aussage nur einen Aktenordner abgeben wollten, das Haus an der Walderseestraße 21 betreten hatten, rief der Geschäftsführer der CDU die Polizei. Letztlich vermittelten die alarmierten Beamten zwischen beiden Seiten und organisierten ein Gespräch mit dem Kreisvorsitzenden Dirk Toepffer. Nach etwa dreieinhalb Stunden räumten die Kurden das Gebäude.

17 Kurden wollten einen Ordner mit Forderungen am Sitz des CDU-Kreisverbandes in der Walderseestraße abgeben. Ein CDU-Abgeordneter rief jedoch die Polizei, weil er sich offenbar bedroht fühlte.

Gegen 12.30 Uhr waren die Männer und Frauen vor die Geschäftsstelle der Partei gezogen, um den Christdemokraten mehrere Seiten Papier mit politischen Forderungen zu überreichen. „Darin fordern wir die Partei auf, mehr für die Kurden zu tun, die in der syrischen Stadt Kobane gegen die Terrormilizen des „Islamischen Staats“ kämpfen“, sagte die Jesidin Meral Deniz. Unter anderem wollen die Demonstranten auf diesem Weg eine Aufhebung des PKK-Verbots erreichen sowie direkte Waffenlieferungen Deutschlands an die kurdischen Kämpfer im Grenzgebiet zur Türkei erwirken.

Zu der Übergabe des vorbereiteten Ordners kam es jedoch nicht. Warum, darüber gehen die Aussagen auseinander. „Wir haben ganz normal geklingelt und daraufhin die Tür aufgemacht bekommen“, sagte Deniz. „Einer der Mitarbeiter schrie uns dann plötzlich an und rief etwas von Hausfriedensbruch.“ Nach Meinung des CDU-Kreisvorsitzenden Toepffer war die Aktion dies auch. „Die Gruppe betrat unsere Räume eindeutig gegen den Willen des Geschäftsführers“, sagte er. Aufgrund der jüngsten Krawalle mit Kurden unter anderem in Hamburg und Celle ging der Geschäftsführer kein Risiko ein und alarmierte die Polizei.     

Die Beamten beruhigten die Situation und verhandelten mit den Kurden, die daraufhin forderten, dass der Vorsitzende der CDU kommen sollte. Als Toepffer gegen 14 Uhr in der Walderseestraße eintraf, verließen 13 der Demonstranten das Gebäude. „Mit den restlichen vier habe ich mich dann etwa eine Stunde über ihre Forderungen und darüber, was in Celle passiert ist, unterhalten“, sagte Toepffer, der Verständnis für die jungen Kurden zeigte. „Ich habe den Demonstranten zugesichert, über eine Landtagsanfrage den tatsächlichen Hintergrund dieser Auseinandersetzungen in Erfahrung zu bringen.“ Auch in Zukunft sei er jederzeit bereit, Gespräche mit den Demonstranten zu führen. „Dann sollten sie sich vorher aber telefonisch anmelden“, sagte Toepffer.

Ein Blick durch die Pforte der CDU-Zentrale in Hannover. Quelle: Dröse
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