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Aus der Stadt Polizeiwagen mit Graffiti beschmiert
Hannover Aus der Stadt Polizeiwagen mit Graffiti beschmiert
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18:06 29.08.2016
Von Michael Zgoll
So sah Polizei-Passat nach der Sprühaktion aus. Die Buchstaben verweisen auf den Serienmörder-Film „Natural Born Killers“. Quelle: Polizei/M
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Hannover

Die drei Buchstaben sind eine Anspielung auf einen US-Film, in dem ein Pärchen innerhalb von drei Wochen 52 Menschen tötet. Jetzt wurde der 46-jährige Frank H. vom Amtsgericht wegen insgesamt drei Sachbeschädigungen per Sprayattacken zu einer Geldstrafe von 125 Tagessätzen à 10 Euro verurteilt.

Die Besatzungen von zwei Streifenwagen waren am 19. November 2015 wegen eines Ladendiebstahls zu Kaufland gerufen worden. Gegen 23.20 Uhr verfrachteten zwei Polizisten einen Verdächtigen in ein Polizeiauto – da tauchte Frank H. aus der Dunkelheit auf und besprühte den benachbarten Streifenwagen. Amtsrichter Reinhard Meffert nannte es eine „ungeheure Dreistigkeit“, einen Polizeiwagen unter den Augen von Ordnungshütern zu beschmieren. Später stellte sich heraus, das der schon viele Jahre drogenabhängige Täter zum Zeitpunkt seines Übergriffs 2,3 Promille Alkohol im Blut hatte.

Die Verhandlung im Amtsgericht geriet etwas turbulenter als gewöhnlich, weil der Angeklagte sehr aufbrausend war und den Verfahrensbeteiligten immer wieder ins Wort fiel. Im vergangenen November sei es ihm nicht gut gegangen, erklärte er, weil er Schwierigkeiten mit seiner Freundin gehabt habe. Richter Meffert kommentierte diese Entschuldigung mit trockenem Humor: „Wenn alle Leute, die Probleme mit ihrem Partner haben, Graffiti sprühen würden, sähe die Welt sehr bunt aus.“

Die anderen zwei Taten, für die H. bestraft wurde, spielten sich in Langenhagen ab. Im Februar dieses Jahres sprühte er das Vereinslogo von Hannover 96 auf ein Trafohäuschen, wenig später beschmierte er das Wartehäuschen einer Bushaltestelle mit dem einen Meter hohen Schriftzug „BTSV Fuck you“ und „Fuck BTSV“. Als H. seine Abneigung gegen die Fußballer von Eintracht Braunschweig dokumentierte, hatte er einen Blutalkoholwert von 2,4 Promille. Sollte der Verurteilte die Geldstrafe von 1250 Euro nicht bezahlen können, muss er 125 Tage ins Gefängnis.