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Aus der Stadt Privatpiloten aus Hannover umrunden Afrika
Hannover Aus der Stadt Privatpiloten aus Hannover umrunden Afrika
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21:03 24.02.2011
Landung ohne Hindernisse: Uwe Thomas Carstensen kommt in Langenhagen an – und fällt als Erstes seiner Frau in den Arm.
Landung ohne Hindernisse: Uwe Thomas Carstensen kommt in Langenhagen an – und fällt als Erstes seiner Frau in den Arm. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Erst einmal ein Kuss. Ein langer und inniger. Eben einer, der beschreibt, dass sich Maria und Uwe Thomas Carstensen einige Zeit nicht mehr gesehen haben. Und dass das Abenteuer, auf das sich der hannoversche Pilot mit seiner einmotorigen Cessna begeben hatte, eben auch ungewisse Momente hatte, die den Daheimgebliebenen Sorgen bereiteten.

60 Tage war er mit seinem Kopiloten Martin Grohganz und seiner einmotorigen Cessna „Marie“ um Afrika unterwegs, sie haben 29.000 Flugkilometer zurückgelegt und 23 Länder in zwei Etappen bereist. Wegen anhaltender Unruhen und Terrordrohungen von Al Qaida mussten die Hannoveraner zum Schluss ihren Kurs ändern und Algerien auslassen. Am Donnerstag legten sie am Flughafen Langenhagen um 15 Uhr eine Punktlandung hin: „Schön, wieder hier zu sein. Und schön, meine Frau am Rollfeld stehen zu sehen“, sagt Carstensen und freut sich. Dann richtet er den Blick in den sonnigen Himmel („Haben wir bestellt“) und setzt ein Bier an, wie sie es auch nach jeder der Landungen in Afrika getan haben. Nach süffigen Sorten namens „Serengeti“, „Windhoek Lager“ und „Kilimandscharo“ ist so ein vergleichsweise nordisch-herbes „Herri“ ein Stück Heimat. Wobei er den ausgedehnten Rundflug sehr genossen habe, wie der 63-Jährige betont. „Ich bin sehr beeindruckt von den vielen freundlichen Menschen, den positiven Gefühlen und von der Aufbruchsstimmung in Afrika“, resümiert er.

Der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) in Hannover brachte er am Donnerstag ein großzügiges Geschenk von der Reise mit. Noch am Flughafen überreichte das Ehepaar Carstensen im Namen ihrer eigenen MUT-Stiftung einen Scheck über 80.000 Euro für die Projekte der DSW. Diese hatten die Flieger in Tansania, Uganda, Kenia und Äthiopien besucht: „Ich bin begeistert über die Erfolge der jungen Leute, die selbstbewusst und engagiert ihre Lebensplanung angehen“, sagte Carstensen. Knut Gerschau von der DSW erklärte, die Jugendklubs mit der Spende besser ausstatten zu wollen. „Durch unsere Arbeit verbessert sich ihr Wissen über Verhütung und Familienplanung, so dass die Zahl ungewollter Schwangerschaften und HIV-Infektion sinkt.“

Empfangen von ihren Kindern, ihren Enkeln, Freunden und Journalisten gab es natürlich viel zu erzählen, von den Tiefflügen über die Giraffenherden, vom Sandsturm im Süden Namibias, von den Terrorgruppen über Kamerun, die sie umfliegen mussten, von der großen Hitze im Sudan und ihren Besuchen bei den deutschen Botschaften, und solchen Sachen. Doch irgendwann wird auch dies alles erzählt sein. Gibt es schon neue Pläne? Nach der Umrundung der nördlichen Weltkugel, die Carstensen im Jahr 2007 absolvierte, fehle ihm jetzt nur noch Südamerika. „Jetzt bleibe ich aber erst einmal hier“, sagt er. Und noch ein Kuss für Maria.

Sonja Fröhlich