Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Massiver Polizeieinsatz wegen Rechtspopulisten
Hannover Aus der Stadt Massiver Polizeieinsatz wegen Rechtspopulisten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:22 13.09.2013
Von Tobias Morchner
In der Nordstadt haben sich zahlreiche Gegendemonstranten versammelt. Sie werden durch eine Polizeikette von den Rechtspopulisten ferngehalten. Quelle: Körner
Hannover

 Eine kleine Gruppe von Rechtspopulisten hat der Polizei am Freitag einen Großeinsatz abverlangt. Genau sieben Mitglieder der sogenannten Bürgerbewegung Pro Deutschland waren zwischen 9.30 und 19.30 Uhr in der Stadt unterwegs, um an fünf verschiedenen Orten Kundgebungen abzuhalten. Die Behörde begleitete die Auftritte der islamfeindlichen Bewegung mit mehreren Hundertschaften. Dennoch gelang es den Gegendemonstranten an verschiedenen Stellen, die Kundgebungen von Pro Deutschland zu stören.

Die rechtspopulistische Partei Pro Deutschland hat zu fünf Kundgebungen in Hannover aufgerufen. Viele Bürger wollen sich an den Gegendemonstrationen beteiligen.

So wurden die Rechtspopulisten auf dem Lindener Marktplatz mit Eiern und Früchten beworfen. Anschließend blockierten linke Aktivisten die Straße und hinderten den Kleintransporter mit den Parteimitgliedern zunächst an der Weiterfahrt. In der Nordstädter Kornstraße besetzten rund 200 Gegendemonstranten den Platz, auf dem Pro Deutschland seine Kundgebung abhalten sollte. Die Polizei sah von einer Räumung des Platzes ab und wies den Rechtspopulisten stattdessen einen alternativen Ort zu.

Doch die seit Wochen durch die Bundesrepublik reisenden Mitglieder von Pro Deutschland fanden auch in Hannover ihre Unterstützer. Vor dem Auftritt der Partei am Kröpcke wurde Pro Deutschland-Geschäftsführer Lars Seidensticker von Siegfried Schmitz, Vorstandsmitglied der „Hannoveraner“, begrüßt. Dass die Rechtspopulisten ihre Auftritte von vornherein als Provokation angelegt hatten, war schon an der Auswahl ihrer Kundgebungsorte abzulesen. An den „dunkelsten Ecken Deutschlands“ wollten sie auftreten, hatten sie im Internet angekündigt und dann Kundgebungen in der Lister Meile, in der Fußgängerzone am Kröpcke, am Lindener Marktplatz, vor dem multikulturellen Veranstaltungszentrum Faust und dem linksalternativen Jugendzentrum in der Kornstraße sowie einer benachbarten Moschee angemeldet.

Auch in ihren Redebeiträgen beschimpften Lars Seidensticker und die übrigen Parteimitglieder immer wieder die Gegendemonstranten und verhöhnten Muslime. Doch die Betroffenen waren darauf vorbereitet. Die Geschäftsleute am Lindener Marktplatz hatten ihre Läden für die Dauer des Pro-Deutschland-Auftritts geschlossen, um an den Protesten teilnehmen zu können. Die Faust-Mitarbeiter hatten ihrerseits gegenüber dem Platz, auf dem die Rechtspopulisten standen, eine Bühne für ein abwechslungsreiches Kulturprogramm aufgebaut. In der Kornstraße standen zahlreiche Sofas für Gegendemonstranten bereit, um den Pro-Deutschland-Mitgliedern den Platz streitig zu machen.

Aus Sicht der Polizei verliefen die Kundgebungen der Rechtspopulisten und die Gegendemonstrationen ruhig. Insgesamt leitete die Polizei 17 Strafverfahren ein, unter anderem wegen Körperverletzung, Landfriedensbruchs, Sachbeschädigung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. In der Paulstraße in der Nordstadt flogen dennoch Farbbeutel gegen Einsatzfahrzeuge, die mutmaßlichen Täter, eine 21-Jährige und ein 23 Jahre alter Mann, wurden vorübergehend festgenommen. In der Albertstraße in der Nähe des Faust-Geländes eskalierte die Situation am Nachmittag kurzzeitig. Als die Polizei die von Demonstranten besetzte Straße räumen wollte, flogen plötzlich Flaschen und andere Gegenstände, Beamte setzen Schlagstöcke ein. Wenig später hatte sich die Lage jedoch wieder beruhigt. Auch nach Abschluss der Pro-Deutschland-Kundgebungen war die Polizei noch einmal gefordert. Beamte eskortierten den Transporter der Rechtspopulisten bis zur Autobahn. Am Sonnabend will Pro Deutschland in Magdeburg auftreten.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die neue Stadtbahnlinie D, die künftig von der Kurt-Schumacher-Straße in Richtung Raschplatz fahren soll, passt nicht ohne Weiteres durch die Unterführung am Hauptbahnhof. Ursprünglich hatte es geheißen, es müssten nur zehn Zentimeter von der Oberfläche der Fahrbahn abgetragen werden, damit die Bahn durchpasst.

Bernd Haase 15.09.2013
Aus der Stadt Todesdrohung per WhatsApp - Drohung per Handy

Kinder und Jugendliche in Niedersachsen werden von einer bizarren Todesdrohung auf ihren Handys verunsichert, die derzeit per WhatsApp wie ein Kettenbrief weitergereicht wird. Das LKA ermittelt.

Juliane Kaune 15.09.2013

Vergangene Woche hat der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt seinen umstrittenen Geschäftsführer Hans-Henry Wieczorek suspendiert. Am Donnerstag wurde bekannt, dass das Arbeitsverhältnis nach acht Jahren „in beidseitigem Einvernehmen“ beendet wurde.

Michael Zgoll 12.09.2013