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Aus der Stadt Hilfe für Flüchtlingskinder beim Deutschlernen
Hannover Aus der Stadt Hilfe für Flüchtlingskinder beim Deutschlernen
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00:15 01.12.2016
Von Jutta Rinas
Leitet künftig den Jugendhilfeausschuss: Sören Hauptstein.
Leitet künftig den Jugendhilfeausschuss: Sören Hauptstein. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Es heißt GUGS - griffbereit unterwegs. Gestern wurde es im Jugendhilfeausschuss, der erstmals unter dem Vorsitz der AfD stattfand, vorgestellt. Der auf den ersten Blick etwas komplizierte Name GUGS leitet sich von einem der erfolgreichsten Integrationsprogramme der Stadt ab. Die „Rucksack-“ oder „Griffbereit“-Programme kamen 2004 aus den Niederlanden nach Hannover. Mittlerweile arbeiten 47 Kitas nach dem Programm, das nach den Worten der Verwaltung den Zugang zu Familien mit Migrationshintergrund „so nachhaltig verändert hat wie kein anderes“. Auch von GUGS erhofft man sich, dass Flüchtlingsfamilien, die in der Regel noch nie mit der deutschen Sprache in Kontakt gekommen sind, an den Alltag herangeführt werden und erste Erfahrungen mit Deutsch machen. Sieben Einrichtungen machen mit, darunter Unterkünfte im Oststadtkrankenhaus, im Roderbruch und in Ahlem. 100 000 Euro stehen ein Jahr lang zur Verfügung.

Die vielen Besucher im Hodlersaal im Rathaus, darunter viele Studenten, waren aber nicht so sehr an solchen Tagesordnungspunkten interessiert. Der Ausschuss ist der erste, der künftig von einem Mitglied der Alternative für Deutschland (AfD) geleitet wird. Mit saloppen Worten führte Sören Hauptstein sich ein: Er sei 25, am Ende seines Jurastudiums und Vorsitzender der Jungen Alternative für Deutschland. „Sie merken also, ein bisschen kenne ich mich schon aus“, sagte er - und lud alle Mitglieder des Ausschusses ein, sich ebenfalls vorzustellen. Dass er nicht gewillt war, mehr zu seiner Partei zu sagen, machte er zu Beginn der Einwohnerfragestunde klar: Es sollten nur zum Ausschuss passende Fragen gestellt werden - und keine zur AfD. Die AfD hatte an siebter Stelle ihren Wunsch äußern dürfen, welchen Ausschuss sie leiten will, und sich für den Jugendhilfeausschuss entschieden. Der Stadtjugendring hatte sich daraufhin bestürzt gezeigt, dass ausgerechnet dieses Gremium von einer rechtspopulistischen Partei geleitet werden soll.

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