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Aus der Stadt Projekt "Wohnen und Arbeiten" läuft an
Hannover Aus der Stadt Projekt "Wohnen und Arbeiten" läuft an
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20:49 07.08.2015
Foto: Idris Afrah, Robin Cakmak und Albert Engelke (von links) gehören zu denjenigen, die derzeit in der Leinstraße wohnen.
Idris Afrah, Robin Cakmak und Albert Engelke (von links) gehören zu denjenigen, die derzeit in der Leinstraße wohnen. Quelle: Wilde
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Hannover

Bei Jugendhilfe und Jobcentern ist schon seit Längerem die Erkenntnis gereift, dass es Jugendliche gibt, die mehr benötigen als nur Unterstützung bei Arbeits- oder Ausbildungsplatzsuche. „Das rückt in den Hintergrund, wenn ein Dach über dem Kopf fehlt. Ohne Wohnung ist alles nichts“, sagt Rudolf Schulz, Geschäftsführer beim Jugendhilfeträger Pro Beruf. Weil das so ist, gibt es seit März das Projekt „WundA“ – kurz für „Wohnen und Arbeiten“. Am Donnerstag wurde es erstmals öffentlich vorgestellt. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um eine Kombination aus Wohnen, sozialer Hilfestellung und Beratung.

Etwa 300 bis 500 junge Menschen – die genaue Zahl kennt niemand – im Alter bis 25 Jahre gibt es in Hannover und dem Umland, die keine Arbeit haben und sich ohne feste Wohnung durchschlagen. „Man muss schon deren Tapferkeit bewundern“, findet Erwin Jordan, Sozialdezernent der Region. Damit ist ihnen aber noch nicht geholfen. Deshalb hat das Sozialdezernat gemeinsam mit dem Jobcenter nach Möglichkeiten gesucht, ein Projekt entwickelt, dafür einen Träger gesucht und in Pro Beruf einen gefunden. „Wohnen und Arbeiten“ ist zunächst auf drei Jahre Dauer angelegt und wird von der Region mit 650.000 Euro jährlich sowie vom Jobcenter finanziert.

Plätze sind begehrt

Das Jobcenter wählt die Teilnehmer am Jugendhilfsprojekt aus. Es gibt drei Wohngruppen mit je fünf Plätzen in Hannover und Garbsen. Eine befindet sich an der Leinstraße, wo auch die Projektleitung um Verena Altenhofen sitzt. „Viele der Jugendlichen haben keine guten Schulabschlüsse, kommen aus belasteten Elternhäusern. Etwa die Hälfte ist von Privatinsolvenz bedroht. Dazu kommen oft noch psychische Probleme und Drogen- oder Alkoholmissbrauch“, zählt Altenhofen auf. Vor diesem Hintergrund ist ein Anspruch von „WundA“ nachvollziehbar: Die Betroffenen sollen erst einmal zur Ruhe kommen dürfen.

Schuldner-, Berufs- und Sozialberatung zählen zum Programm bei „WundA“. Das Haus an der Leinstraße verfügt über Wohnräume, Gemeinschaftsräume und eine Küche. Müll trennen, Rücksicht auf Nachbarn nehmen, die Wohnung sauber halten – „das sind für viele ganz neue Erfahrungen“, sagt Altenhofen.

Seit März sind etwa 30 Jugendliche in den Wohngruppen gewesen. Auch derzeit sind alle Plätze belegt; es gibt sogar eine kleine Warteliste. Längstens ein Jahr können die jungen Männer – aktuell mit zwölf deutlich in der Mehrzahl – und Frauen in den Wohngruppen bleiben. Dann sollen sie wieder auf eigenen Füßen stehen, mindestens eine Wohnung und eine Berufsperspektive haben. Bei manchen klappt das deutlich schneller.

„Wir haben Donnerstagmorgen wieder drei Ausbildungsplatzangebote für unsere Jugendlichen bekommen“, berichtete Altenhofen bei der Eröffnungsfeier.

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