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Aus der Stadt Die D-Linie verschwindet
Hannover Aus der Stadt Die D-Linie verschwindet
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00:15 17.10.2013
Von Bernd Haase
Neuer Name für die umstrittene D-Linie: Künftig heißt das Projekt „Zehn Siebzehn“. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Neuer Name für die D-Linie: Künftig heißt das Projekt „Zehn Siebzehn“. Das geht aus einem Papier hervor, das der HAZ vorliegt. Der Umbau der Stadtbahnstrecke samt dem Neubauabschnitt durch die Eisenbahnunterführung zum Raschplatz wird in der zweiten Jahreshälfte 2014 beginnen und bis 2018 dauern. Voraussetzung dafür ist, dass bis dahin die erforderlichen Genehmigungsverfahren abgeschlossen sind und die Finanzierung steht.

Für die nach wie vor auf 40 bis 50 Millionen Euro taxierten Kosten soll zu einem Teil das Land einspringen. Ohne Zuschüsse, die nach einem feststehenden Verfahren bewilligt oder versagt werden, kann die für den Nahverkehr zuständige Region das Vorhaben zu den Akten legen.

Weil die vierjährige Großbaustelle umfangreiche Verkehrsbehinderungen sowie Einschränkungen für Anlieger und City-Besucher mit sich bringen wird, haben die Regionstochter infra als Bauherrin sowie Üstra, Stadt und Region ein umfangreiches Kommunikationskonzept ausgearbeitet. Vorbild ist unter anderem die Stadt Berlin, wo gerade in der Innenstadt die sogenannte Kanzler-U-Bahn gebaut wird, was zum Beispiel Teile des Prachtboulevards Unter den Linden in eine Großbaustelle verwandelt hat. „Trotz der massiven Behinderungen gibt es in der Hauptstadt wenig Proteste“, sagt infra-Sprecher Jens Hauschke.

Etwa 100 Demonstranten haben am Sonnabend an einem Protestzug gegen den oberirdischen Ausbau der D-Linie durch die Innenstadt teilgenommen.

Für Hannovers Projekt „Zehn Siebzehn“ wird demnächst eine Broschüre verteilt, die Ziele, Inhalte und Abläufe darstellt. In abgespeckter Form soll sie in allen Bussen und Stadtbahnen der Üstra ausliegen. Die Betreuung der Medien übernimmt Hauschke. Anfang kommenden Jahres will die infra einen Projektleiter einsetzen, der die Bauarbeiten überwacht und steuert - auch im Hinblick auf Kostenkontrolle. Sobald die Bauarbeiten begonnen haben, wird es sogenannte Baustellenscouts geben, die als Ansprechpartner für jedermann vor Ort zur Verfügung stehen. Anliegerversammlungen, Hauswurfsendungen, Infoboxen sowie ein eigener Internetauftritt für tagesaktuelle Informationen runden das Paket ab.

Der Name Projekt „Zehn Siebzehn“ ist gewählt worden, weil auf der Strecke die Stadtbahnlinien 10 und 17 verkehren. Er soll auch nicht von Dauer sein, sondern nur für die Bauphase gelten. Danach werden die Stadtbahnlinien wieder ihren ursprünglichen Namen haben. Die Bezeichnung D-Linie, durch die jahrelangen teils heftigen Auseinandersetzungen um die Planungen mittlerweile mit Schrammen versehen, soll nicht in der Mottenkiste verschwinden, sondern wieder dort verwendet werden, wo sie einst herkam - in der Planersprache. Die anderen Stadtbahnstrecken in Hannover sind auch mit Großbuchstaben versehen, ohne dass diese in der Öffentlichkeit in Gebrauch sind.

Die Gleisbauarbeiter werden zuerst im Abschnitt vor der Ernst-August-Galerie in der Kurt-Schumacher-Straße tätig werden. Dort kann unabhängig vom Genehmigungsverfahren gebaut werden, weil es sich um eine Grunderneuerung handelt - die Gleise sind abgefahren und müssten ohnehin ausgetauscht werden. Im Jahr darauf beginnen dann die Arbeiten an der Strecke Richtung Raschplatz sowie in die Goethestraße in der Calenberger Neustadt.

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Etwa 100 Demonstranten haben am Sonnabend gegen den oberirdischen Ausbau der D-Linie demonstriert und sich mit Plakaten am Opernplatz eingefunden. Unter den Teilnehmern war auch CDU-Oberbürgermeisterkandidat Matthias Waldraff. Er forderte, das aktuell laufende Verfahren sofort auszusetzen.

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