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Aus der Stadt Protest für behinderte Kinder
Hannover Aus der Stadt Protest für behinderte Kinder
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20:45 13.07.2012
Von Bärbel Hilbig
Foto: Trotz des Regenwetters haben Kinder vor dem Landtag gegen eine Ausgrenzung von Behinderten protestiert.
Trotz des Regenwetters haben Kinder vor dem Landtag gegen eine Ausgrenzung von Behinderten protestiert. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Anders als im Kindergarten tritt das Land bisher finanziell noch nicht für die zusätzlichen Kosten ein, die durch verkleinerte Gruppen und den zusätzlichen Einsatz von Heilerziehern entstehen.

Zwei Jahre lang hat das Land in einem Modellprojekt mit einigen Krippen die notwendigen Bedingungen getestet. Das Projekt läuft in zwei Wochen aus. Doch die geplante grundsätzliche Regelung ist immer noch nicht beschlossen. Für Eltern, die ihr behindertes Kind zum August unterbringen wollten, bedeutet das eine Zitterpartie. Die Stadt Hannover weiß von bis zu zwölf Familien, die auf einen integrativen Krippenplatz hoffen. Manche hatten schon Zusagen.

Kinder haben mit einer Spielaktion vor dem Landtag gegen die Aussonderung von Kindern mit Behinderung protestiert.

Kitas, die ein behindertes Kind aufnehmen wollten, bekamen am 4. Juli einen Brief aus dem Kultusministerium: Die Bedingungen für die Betreuung sollen voraussichtlich rückwirkend zum 1. August in Kraft treten. Die Kitas müssen aber bei drei unterschiedlichen Behörden bis zum 1. August Genehmigungen einholen, unter anderem eine neue Betriebserlaubnis. „Das ist kaum machbar“, sagt Birgit Rauschke vom Verein Mittendrin Hannover, der die Interessen von Eltern behinderter Kinder vertritt.

Der Verein veranstaltete die Aktion „Wir spielen mit Henri“ vor dem Landtag, während drinnen der Kultusausschuss über den aktuellen Stand der Dinge erfuhr. „Wir brauchen absolut dringend eine Regelung für die Krippen“, sagte Ausschussvorsitzender Claus Peter Poppe (SPD). Der knapp acht Monate alte Henri, ein Junge mit Down Syndrom, sollte nach den Sommerferien einen Krippenplatz bekommen. Angesichts der unklaren Lage zog der Kita-Träger, die AWO, die Zusage zurück.

Eltern und Erzieher kritisieren jedoch nicht nur die Verzögerungen - obwohl sie seit Jahresanfang um Klärung bitten. Auch die sich abzeichnenden Bedingungen halten die Interessenvertreter für unzureichend. Eine Krippengruppe mit behindertem Kind soll 14 statt 15 Kinder zählen, der zusätzliche Heilpädagoge ist für nur zehn Stunden pro Woche dabei. „Der Abschlussbericht des Experten empfiehlt einen Vollzeiteinsatz“, sagt Stefanie Lüpke von der Landesarbeitsgemeinschaft Elterninitiativen.

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