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Aus der Stadt Protest gegen AfD-Treffen bleibt friedlich
Hannover Aus der Stadt Protest gegen AfD-Treffen bleibt friedlich
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20:52 10.04.2015
Von Jörn Kießler
Jusos demonstrieren am Rand der AfD-Veranstaltung in Linden. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Eine Gruppe von etwa 50 Gegendemonstranten hatte sich bereits um 19 Uhr, eine Stunde vor dem Beginn der Veranstaltung, vor dem Klubheim in Linden-Süd versammelt, um gegen Besuch des Thüringer Vorsitzenden der Partei Alternative für Deutschland zu protestieren. Die Polizei hatte den Bereich rund um das Vereinsgelände mit mehreren Einsatzfahrzeugen und sogar einer Reiterstaffel gesichert. Die Gegendemonstranten, unter ihnen auch einige Mitglieder der linksautonomen Szene, durften mit ihren Bannern bis an die Einfahrt zum „Bootshaus 84“, machten ihrem Unmut aber lediglich mit Trillerpfeifen und Rufen Luft. Selbst als Höcke um kurz vor 20 Uhr an der Roesebeckstraße eintraf, stimmten sie nur vereinzelt Sprechchöre an.

Die Jusos haben am Rande einer AfD-Veranstaltung gegen selbige protestiert.

Die Jusos, die Jugendorganisation der SPD, in Niedersachsen hatten nach dem Bekanntwerden von Höckes Auftritt in Hannover einen offenen Brief an den DRC und den Pächter des Vereinslokals „Bootshaus 84“, Amir M., geschrieben, in dem sie die Veranstaltung scharf kritisierten. Der Politiker vertrete „überaus fragwürdige Ansichten“, die mit den Werten des DRC nicht vereinbar seien. Der stellvertretende Landesvorsitzende der Jusos, Arne Zillmer, hatte zu dem Protest vor dem Ruderklub an der Roesebeckstraße aufgerufen. Nach eigener Aussage wurden daraufhin ein Foto von ihm und seine E-Mail-Adresse auf einer Internetseite veröffentlicht. Seitdem erhalte er anonyme Drohungen über das Internet. Die Jusos wollten sich aber nicht einschüchtern lassen und planten rechtliche Schritte.

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Auch im DRC sorgte der Brief für Unruhe. Der Sportverein hatte zunächst jegliche Verantwortung von sich gewiesen. Nun kündigte der Vorsitzende im Bereich Sport, Christian Held, aber an, mit dem Betreiber zu sprechen, der die vom DRC gepachteten Räume in Eigenregie weitervermietet. „Selbstverständlich sind wir nicht begeistert, wenn dort auf Veranstaltungen Meinungen vertreten werden, die diametral konträr zu den Anliegen und Zielen stehe, die der DRC verfolgt“, sagte Held.

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