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Aus der Stadt Protest gegen neuen Namen
Hannover Aus der Stadt Protest gegen neuen Namen
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23:17 05.03.2010
Von Juliane Kaune
Rund 60 Anwohner demonstrieren in der Südstadt. Links: Wortführer Herbert Kunkel.
Rund 60 Anwohner demonstrieren in der Südstadt. Links: Wortführer Herbert Kunkel. Quelle: Steiner
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Herbert Kunkel, der sich zum Fürsprecher der Anlieger gemacht hat, empörte sich: „Wir sind nicht angemessen beteiligt worden.“ Der 70-Jährige präsentierte bei der improvisierten Kundgebung einen überraschenden Gegenvorschlag: Elkart, erklärte er nach seiner Recherche in Archiven, sei die altdeutsche Bezeichnung für „kräftiger Hirsch“. Da sich auf dem Gebiet der heutigen Allee früher die Eilenriede befunden habe, habe es dort wohl auch Hirsche gegeben. Darum, so Kunkels Schlussfolgerung, könne der Name Elkartallee mit neuer Bedeutung bestehen bleiben.

Die Stadt und mit ihr die Ratsmehrheit war zu einem anderen Schluss gekommen: Weil Forschungen des Historikers Rüdiger Fleiter zu einer Neubewertung der Lebensgeschichte des früheren hannoverschen Stadtbaurats Karl Elkart in der Zeit des Nationalsozialismus geführt haben, soll der Name vom Straßenschild getilgt werden. Elkart hatte Tausende Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene für die Stadt schuften lassen, zum Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen.

Auch der Bezirksrat Südstadt-Bult hatte sich bereits für die Umbenennung ausgesprochen. Und der Südstädter Bürgermeister Lothar Pollähne, der am Freitag mit den Demonstranten diskutierte, zeigte sich in dieser Frage unnachgiebig.

Sonja Fröhlich 05.03.2010