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Aus der Stadt Geldschwund in der Kakaostube
Hannover Aus der Stadt Geldschwund in der Kakaostube
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00:15 30.01.2014
Von Conrad von Meding
„Alle haben geklaut“: Die „Kakaostube“ in der Ständehausstraße. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

„Angeklagt ist gewerbsmäßiger Betrug“, sagt Gerichtssprecher Jens Buck: Der Verdacht bestehe, dass die Beteiligten sich  „Einkommen in gewisser Regelmäßigkeit“ gesichert hätten. Betreiber Friedrich Bartels beziffert den Schaden allein durch eine Angeklagte auf 404 000 Euro. Verteidigerin Natascha Sëyfi zweifelt an solchen Summen: „Konkret verhandelt werden Beträge in Wulffscher Dimension“, sagt sie. Tatsächlich dreht sich der Strafprozess selbst um rund 600 Euro.

„Kakaostuben“-Betreiber Bartels vermisst offenbar schon seit Jahren Geld in der Kasse. Die Sache kam ins Rollen, nachdem eine Mitarbeiterin eine andere anschwärzte – diese zweige am Kuchentresen Geld ab. Eine Videokamera brachte den Beweis, die Frau wurde entlassen. Daraufhin erhielt Bartels den Tipp, dass auch im Service munter unterschlagen werde. Angeblich haben sich auch Kunden bei ihm beklagt, dass sie oft keinen Kassenbon erhielten. Daraufhin beauftragte er eine Detektei mit der Montage von zwei Kameras, die den Servicebereich überwachen.

Das Ergebnis ließ den „Kakaostuben“-Chef an der Redlichkeit seines Teams zweifeln. Alle wurden einzeln einbestellt, es hagelte Kündigungen. Möglicherweise nicht zu Unrecht: In einem der Kündigungsschutzverfahren einigte man sich darauf, dass die betroffene Exmitarbeiterin ihrem Chef noch 81.000 Euro zurückzahlen muss. Eine andere Mitarbeiterin, die im laufenden Prozess als Zeugin geladen war, wird mit den Worten zitiert: „Es hieß, der Chef sei reich. Man wäre schön blöd, wenn man sich nichts nähme. Alle haben geklaut.“

Andererseits: Von 13 Beschuldigten hat das Gericht die Verfahren gegen elf eingestellt; in neun Fällen gab es gar keine Anklage, bei zwei Betroffenen eine Auflage von 1000 Euro. Dass jetzt einer 48-Jährigen und einer 57-Jährigen der Strafprozess wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs gemacht wird, empfindet Anwältin Sëyfi als „massive Ungerechtigkeit“. Offenbar halte Bartels die zwei Frauen für führende Köpfe in dem Komplott.

Ungewöhnlich ist, dass die Verteidigung die Videos noch nicht gesehen hat. Die Bänder sind nach Angaben des Gerichts zur Auswertung beim Landeskriminalamt, es gab wohl Technikprobleme. In der Verhandlung am 6. März sollen sie gezeigt werden. „Sie sind die einzigen Belege für die angebliche Tathandlung“, sagt Anwältin Sëyfi. „Wir konnten sie noch gar nicht einsehen.“ Ohnehin hält sie die Mitschnitte für illegal: Ein Café sei ein öffentlicher Raum, dort dürfe nur bei konkretem Verdacht heimlich aufgezeichnet werden. „Die Kameras aber dienten dazu, den unspezifischen Verdacht überhaupt erst zu untermauern.“

Derzeit machen beide Angeklagte von ihrem Schweigerecht Gebrauch.

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