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Aus der Stadt Prozess um 6 Millionen illegale Zigaretten
Hannover Aus der Stadt Prozess um 6 Millionen illegale Zigaretten
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19:31 23.04.2015
Von Michael Zgoll
Im Juni 2012 waren im Lehrter Ortsteil Steinwedel 30.000 Stangen Zigaretten entdeckt worden.
Im Juni 2012 waren im Lehrter Ortsteil Steinwedel 30.000 Stangen Zigaretten entdeckt worden. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Diesmal braucht das Schöffengericht unter Vorsitz von Detlef Süßenbach einen langen Atem. Auf der Anklagebank des Amtsgerichts Hannover sitzt seit Donnerstag der 28-jährige Maxim S. Er soll in fünf Fällen mit 3500 Stangen unverzollter Zigaretten gehandelt haben und damit 57 340 Euro Tabaksteuern hinterzogen haben. Es zeichnet sich ab, dass etliche Verhandlungstage zur Klärung des Falls nötig sein werden. Der aus Russland stammende S. arbeitete offenbar mit einer polnisch-russischen Bande zusammen, die in großem Stil gefälschte Zigaretten der Marken Marlboro sowie L & M vertrieb.

Im Juni 2012 waren im Lehrter Ortsteil Steinwedel in Garagen und Containern 30 000 Stangen entdeckt worden. Für die gut 6 Millionen Zigaretten wären 906 000 Euro Steuern angefallen. Ein Kaufmann aus Hämelerwald, der die heiße Ware gebunkert hatte, wurde Ende 2012 vom Landgericht Hildesheim wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung und unerlaubten Waffenbesitzes zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Im Mai dieses Jahres beginnt in Dortmund der Prozess gegen vier weitere mutmaßliche Mitglieder der Schmugglerbande.

28-Jährigen droht empfindliche Haftstrafe

Maxim S. war zwischen April und Juni 2012 von den Fahndern observiert worden. Sie hielten fest, wie sich der Spätaussiedler mehrfach mit zwei anderen Männern traf. Das Trio pendelte mit verschiedenen Fahrzeugen zwischen einer Garage in Vahrenwald sowie dem Parkplatz des Media-Markts und des Max-Bahr-Baumarkts an der Vahrenwalder Straße. Eine Fahrt führte auch zu einer Garage nach Steinwedel. Insgesamt, so die Staatsanwaltschaft, luden die Männer 3500 Stangen Zigaretten um.

Dem 28-jährigen Angeklagten droht eine empfindliche Haftstrafe. Das hängt auch damit zusammen, dass der Vater eines fünfjährigen Kindes bereits zweimal zu Bewährungsstrafen verurteilt wurde und derzeit noch unter Bewährung steht. Einmal wurde S. wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz zu sechs Monaten Haft verurteilt, dann wegen gewerbsmäßigen Betrugs, Urkundenfälschung und Hehlerei zu zwei Jahren Gefängnis. Nur wenige Monate, nachdem das zweite Urteil rechtskräftig geworden war, geriet er ins Visier der Steuerfahnder, die einer Zigarettenschmuggel-Bande aus Nordrhein-Westfalen auf der Spur waren.

Mit beredten Worten versuchte Verteidiger Björn Nordmann, die Rolle seines Mandanten herunterzuspielen - noch vor Beantwortung der Frage, ob dieser nun ein Geständnis ablegen wolle oder nicht. Maxim S., so sein Anwalt, sei keineswegs Besitzer der unverzollten und unversteuerten Zigaretten gewesen, sondern habe höchstens zwischen Verkäufern und Käufern „vermittelt“. Nordmanns Ziel: Er will für den Angeklagten erneut eine Bewährungsstrafe erwirken. Doch dafür, so viel gaben Staatsanwalt und Gericht bereits deutlich zu verstehen, stehen die Vorzeichen denkbar schlecht.

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