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Aus der Stadt Prozess um Maschsee-Mord beginnt
Hannover Aus der Stadt Prozess um Maschsee-Mord beginnt
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00:15 09.08.2013
Am 31. Oktober 2012 hatten Spaziergänger Leichenteile im Maschsee entdeckt. Spezialisten bargen die Funde Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Richter Wolfgang Rosenbusch, der Vorsitzende der 13. Großen Strafkammer beim Landgericht, hat in diesem Monat alle Hände voll zu tun. Gleich zwei Prozesse wegen Mordes und einer wegen versuchten Mordes beginnen im August unter seiner Leitung. Eines der drei umfangreichen Verfahren stößt auf ganz besonderes Interesse. Es hätten sich auch überregionale Medien angemeldet, sagte Gerichtssprecher Martin Grote am Dienstag. Der Maschsee-Mord wird ab Donnerstag verhandelt.

Im Schwurgerichtssaal muss sich der 25-jährige Alexander K. verantworten, jener junge Mann, der die Gelegenheitsprostituierte Andrea B. in seiner Wohnung in der Hildesheimer Straße getötet und die zerstückelte Leiche anschließend in den Maschsee geworfen haben soll. In der Anklageschrift heißt es, er habe aus niedrigen Beweggründen, aus Mordlust und zur Befriedigung seines Geschlechtstriebs gehandelt.

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Alexander K. steht in Verdacht, die Drogenabhängige Andrea B getötet zu haben - die Kripo suchte Ende November 2012 nach Spuren in der Wohnung des Mannes.

Alexander K. soll sein Opfer zwischen dem 27. und 31. Oktober 2012 kennengelernt haben. Andrea B. war kurz zuvor aus dem nordrhein-westfälischen Ibbenbüren nach Hannover gezogen und lebte in einem Frauenhaus. Die beiden gingen in die Wohnung des mutmaßlichen Täters und nahmen dort Drogen zu sich. Dann soll K. die Frau zum Geschlechtsverkehr aufgefordert haben. Als sich die 44-Jährige weigerte, soll der junge Mann sie mit einem Messer getötet und anschließend zerstückelt haben. Am Vormittag des 31. Oktobers entdeckten Spaziergänger am Nordufer des Maschsees Teile der Leiche von Andrea B. im Wasser.

Der 25-jährige K. war in der Vergangenheit bereits mehrfach wegen Gewalt- und Drogendelikten verurteilt worden. Nachbarn, die mit dem mutmaßlichen Mörder ein Mehrfamilienhaus an der Hildesheimer Straße bewohnten, riefen regelmäßig die Polizei, weil sie sich von dem gebürtigen Ukrainer bedroht fühlten – er hantierte gern mit Messern und anderen Waffen. In einem der zahlreichen Videos, die K. auf seiner Internetseite veröffentlicht hat und die immer noch online zu finden sind, präsentiert er stolz ein Foto seiner Waffensammlung. Auf dem Bild sind Küchenmesser, aber auch diverse andere Messer zu sehen, darunter ein verbotenes Faustmesser mit zwei Klingen. Zudem wurde bekannt, dass K. rechtsradikalem Gedankengut und Gewaltfantasien zugeneigt war. Im Jahr 2011 sammelte er vor der Bürgerschaftswahl in Bremen Unterschriften für die rechtspopulistische Organisation Freie Wähler Bremen. Im Sommer 2010 hatte er seine Internetseite online gestellt, eine „Plattform für systemfeindlichen und patriotischen Rap“.

Richter Rosenbusch hat für die Verhandlung zunächst zehn Tage angesetzt. Es sollen 31 Zeugen und vier Sachverständige gehört werden.

Mordfall Monika P. weiter ungeklärt

Der zweite Mordfall mit einer zerstückelten Leiche ist nach wie vor ungelöst. Die 24-jährige Monika P. aus Linden verschwand am Neujahrsmorgen 2010 spurlos. Einen Tag später wurde ihre zerstückelte Leiche in Plastiksäcken verpackt unter einer Brücke an der Ihme entdeckt. Bis heute gibt es keine heiße Spur in dem Fall.
Der Verdacht, Alexander K. könnte auch etwas mit dieser Tat zu tun haben, konnten im Verlauf der Ermittlungen nicht erhärtet werden. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Mörders der jungen Frau, die ebenfalls ab und zu ihr Geld auf dem Straßenstrich verdiente, führen, hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro ausgesetzt.

 tm

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