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Aus der Stadt Mann fällt in Bistro über Ex-Freundin her
Hannover Aus der Stadt Mann fällt in Bistro über Ex-Freundin her
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20:01 20.10.2013
Von Michael Zgoll
Wegen versuchten Totschlags steht ein 27-Jähriger vor Gericht. Am ersten Verhandlungstag legte er ein umfassendes Geständnis ab. Quelle: Tim Scharschmidt (Symbolbild)
Hannover

Tumultartige Szenen spielten sich im April dieses Jahres im Wettberger Bistro „Balou“ ab. Ein rasend eifersüchtiger Mann prügelt sich vor der Tür mit einem Bekannten seiner ehemaligen Freundin. Dann dringt er in die Gaststätte ein, fällt über die 24-jährige Frau her und verletzt sie mit Tritten, Schlägen und einem Messerstich schwer. Nun muss sich Ramazan G., 27 Jahre alt, vor dem hannoverschen Schwurgericht wegen versuchten Totschlags verantworten. Am ersten Verhandlungstag legte er ein umfassendes Geständnis ab, verlesen von seinem Verteidiger Dirk Schoenian.

Ramazan G. wurde in der Türkei geboren. Im Alter von fünf Jahren kam er nach Deutschland, absolvierte hier Grundschule, Realschule und Bundeswehr. Nach eigenem Bekunden wurde er in seiner Kindheit häufig von seinem Vater geschlagen, war in seiner Jugend oft Zeuge von gewalttätigen Attacken des Vaters gegen die Mutter. Einen Beruf erlernte G. später nicht, ließ sich hängen und konsumierte in steigendem Maße Marihuana und Kokain. 2010 wurde er straffällig, indem er Heroin verkaufte.

Kurz nach der Trennung der Eltern lernte G. 2009 eine junge Frau mit Tochter kennen. Es entspann sich eine Liebesbeziehung, die er heute „verhängnisvoll“ nennt. Offenbar war G. krankhaft eifersüchtig, konnte sich mit den zahlreichen Bekanntschaften der lebenslustigen jungen Frau nicht abfinden. In zunehmendem Maße kam es in seiner Wohnung am Mühlenberger Canarisweg zu Auseinandersetzungen. Ramazan G. hatte häufig Wutausbrüche, schlug seine Freundin, warf sie zu Boden oder riss ihr Haare aus. Diese provozierte ihn gelegentlich, verpasste ihm auch mal eine Ohrfeige oder wehrte sich mit einer Schere - wofür sie bereits verurteilt wurde. Die Taktfrequenz von aufeinanderfolgenden Trennungen und Versöhnungen erhöhte sich immer mehr. Nur zu der Tochter, die ihn als Vaterersatz ansah, hatte G. offenbar bis zum Schluss ein gutes Verhältnis.

Als sich seine heute 25 Jahre alte Freundin im Herbst 2012 endgültig von ihm trennen wollte, ließ G. ihr keine Ruhe. Am Tag der Bluttat in Wettbergen, so konstatierte der Schwurgerichtsvorsitzende Wolfgang Rosenbusch, habe er 34-mal auf ihrem Handy angerufen. Sie sagte eine versprochene Verabredung mit ihm ab, täuschte eine andere Verpflichtung vor - traf sich abends aber tatsächlich mit Freunden in dem Bistro am Pastor-Bartels-Weg.

Als Ramazan G. seine ehemalige Freundin aufspürte und an einem Tisch auf der Terrasse sitzen sah, rastete er aus. „Ich bringe dich um, du Schlampe“, schrie er, lieferte sich zunächst einen kurzen Kampf mit einem ihrer Bekannten, der sich ihm stuhlschwingend entgegenstellte. G. griff zu einer Bierflasche, verletzte seinen Kontrahenten an der Hand. Dann stürmte er weiter und ging auf die zierliche Frau los. Ob er das Besteckmesser, mit dem er ihr - nicht lebensbedrohlich tief - in den Rücken stach, schon vor der Auseinandersetzung mit ihrem Bekannten in die Hand genommen hatte oder erst danach, ist noch ungeklärt. Letztendlich verletzte G. seine Ex-Partnerin schwer. Aufgrund der Tritte und Schläge riss ihr Trommelfell, sie konnte wochenlang schwer hören und trug viele schmerzhafte Blutergüsse an Armen, Kopf, Hals und Oberkörper davon.

Nach dem Überfall schafften es andere Bistrogäste, den tobenden Mann von der Frau wegzuzerren. Ramazan G. konnte fliehen, wurde aber wenige Tage später in der List festgenommen. Die Verhandlung gegen ihn wird Donnerstag fortgesetzt.

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