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Aus der Stadt Putzfrau stiehlt Wäsche im Wert von 26.800 Euro
Hannover Aus der Stadt Putzfrau stiehlt Wäsche im Wert von 26.800 Euro
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19:42 06.01.2015
Von Michael Zgoll
Eine Putzfrau hat im Wäschehaus I.G. von der Linde Waren im Wert von 26.800 Euro gestohlen. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Am Dienstag wurde die Raumpflegerin vom Amtsgericht Hannover wegen gewerbsmäßigem Diebstahls zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt. Die Beweiserhebung fiel Richterin Gesine Irskens nicht schwer: Die Mutter eines dreijährigen Sohnes legte ein volles Geständnis ab.

Die 39-Jährige stammt aus Mazedonien, war 2001 nach Deutschland eingereist und arbeitete seither bei verschiedenen Arbeitgebern als Reinmachefrau. Im Januar 2012 fing sie ihren Job bei I.  G. von der Linde am Platz der Weltausstellung an – und wurde angesichts der prall gefüllten Regale schwach. Das Kind war gerade geboren, ihr Mann zählte ebenso wie sie selbst zum eher gering verdienenden Teil der Bevölkerung, und so griff die Frau zur Selbstbedienung, fast täglich in den frühen Morgenstunden. Wäschestücke und Bekleidung, immer in passenden Größen für Ehemann, Sohn oder sich selbst, verbarg sie in einem versteckten Fach ihrer Tasche. So schaffte sie es, das Diebesgut am Aufsichtspersonal vorbeizuschmuggeln.

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Überwachungskamera überführte die Putzfrau

Der Geschäftsführung fiel erst im Sommer 2013 auf, dass immer wieder Waren außerhalb der Geschäftszeiten verschwanden. Heimlich ließ die Firmenleitung eine 360-Grad-Kamera installieren, die dann Mitte August beweiskräftige Filmaufnahmen lieferte. Zu sehen war, wie die Putzfrau zwei Strampelanzüge und ein Paar Socken in einen Müllsack stopfte – offenbar als Zwischenlager gedacht. Als die Fahnder die Wohnung der Familie in Hainholz unter die Lupe nahmen, staunten sie nicht schlecht. Sie fanden Neuwaren für rundgerechnet 40.000 Euro. 383 Gegenstände mit einem Warenwert von 26.800 Euro konnte man eindeutig I. G. von der Linde zuordnen. Die Herkunft der übrigen Fundstücke ist bis heute ungeklärt.

Wie die 39-Jährige versicherte, habe sie Hemden und Hosen keinesfalls an Dritte verkauft, sondern lediglich ausufernde Vorratshaltung für ihre Familie betrieben. Amtsrichterin Irskens warf der Diebin in der Urteilsbegründung vor, dass diese das Vertrauen ihres Arbeitgebers in erheblichem Maße missbraucht habe. Ihren Job im Wäschehaus hat die Frau natürlich längst verloren und verdingt sich jetzt bei einer Zeitarbeitsfirma – als Raumpflegerin.     

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