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Aus der Stadt Radlerin fordert 1000 Euro Schmerzensgeld
Hannover Aus der Stadt Radlerin fordert 1000 Euro Schmerzensgeld
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00:27 15.02.2015
Von Michael Zgoll
Kollision am Osterfelddamm mündet in Prozess vor dem Amtsgericht. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Die 51-jährige Bothfelderin verklagte die Fußgängerin, forderte die Kosten der Fahrradreparatur von knapp 300 Euro und ein Schmerzensgeld von 1000 Euro ein. Bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht signalisierte Richterin Catharina Schwind, dass sie die Ansprüche grundsätzlich für berechtigt hält - wenn auch nicht in dieser Höhe.

Die 40-jährige Bothfelderin war auf einem Radweg parallel zum Osterfelddamm unterwegs, als sich die Fußgängerin nahe der Einmündung Kuckucksbusch von rechts näherte. Sie hatte es eilig, wollte jenseits der Hauptstraße noch eine Stadtbahn erwischen. Nach eigenem Bekunden klingelte die Radlerin lautstark, trotzdem trat die Misburgerin auf den Radweg. Dann passierte das, was in solchen Fällen oft geschieht: Die Betroffenen registrieren die Gefahr, versuchen binnen Sekundenbruchteilen auszuweichen - und treffen die falsche Entscheidung.

In diesem Fall schreckte die Fußgängerin hoch und trat vom Radweg einen Schritt zurück auf den Fußweg. Die Radlerin wiederum hatte nicht mit diesem Ausfallschritt gerechnet, war schon auf den Bürgersteig geschwenkt. Eine Vollbremsung, die die Polizei später anhand des Reifenabriebs verifizieren konnte, nutzte nichts mehr: Die 51-Jährige prallte mit der Jüngeren zusammen, beide stürzten zu Boden. Ein Rettungswagen fuhr die Frauen wenig später in die MHH. Die Radfahrerin war fünf Tage arbeitsunfähig, musste sechs Wochen eine Beinschiene tragen. Ihre Unfallgegnerin kam mit einer Rippenprellung davon.

Im Prozess beharrten beide Frauen darauf, dass die andere Schuld gewesen sei an der Karambolage. Die Richterin sah das nicht so: Offenbar habe die Fußgängerin beim Überqueren des Radwegs nicht aufgepasst und zu spät auf das Klingeln reagiert. Den Schadensersatzanspruch für das demolierte Rad hielt Schwind für gerechtfertigt, das Schmerzensgeld halbierte sie in ihrem Vergleichsvorschlag allerdings auf 500 Euro. Bis zur nächsten Woche haben die Unfallgegnerinnen nun Zeit, diesem Vergleich zuzustimmen - oder auf ein Urteil Anfang März zu warten, das sehr ähnlich ausfallen dürfte.

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