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Aus der Stadt Räumungsverkauf bei Weitz in der Innenstadt
Hannover Aus der Stadt Räumungsverkauf bei Weitz in der Innenstadt
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00:17 16.06.2017
Von Conrad von Meding
Jürgen Weitz baut um.  Quelle: Villegas
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Hannover

Seit 169 Jahren verkauft die Familie Weitz in der Innenstadt Porzellangeschirr, Küchenmesser und andere Haushaltsgegenstände. Jürgen Weitz, Inhaber in fünfter Generation, startet jetzt einen radikalen Umbau. „Der Handel muss sich immer wieder neu erfinden“, sagt er: „Ich will, dass später eines meiner Kinder das Geschäft übernehmen kann.“ Derzeit läuft der Räumungsverkauf in der Georgstraße, spätestens zum 1. September wird für einen Komplettumbau geschlossen. Das neue Geschäft soll etwa ein Drittel weniger Fläche haben - das Untergeschoss fällt weg - aber dafür mit einem neuen Konzept aufwarten.

Das klassische Esszimmer gebe es immer weniger, sagt Weitz. Stattdessen entwickele sich die Küche zum modernen Haushaltsmittelpunkt. Der Slogan „Tischkultur zum Leben“ werde daher abgewandelt in „Küchenkultur zum Leben“. Auf künftig 570 Quadratmeter Fläche soll es im Geschäft ein lebendiges Aktionsprogramm geben. „Wenn Sie in den Laden kommen, wird jemand mit Schürze eine besondere Sauce zubereiten oder Cupcakes backen oder es wird Workshops zum Selbstmachen von Pesto geben“, sagt der 57-Jährige: „Da können Sie dann gleich das neue Messer ausprobieren oder über die richtigen Töpfe fachsimpeln.“

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Weniger Verkauf, mehr Erlebnis für die Kunden

Event statt nur Verkauf: Das empfehlen alle Fachleute dem Handel. Weitz, der auch Geschäfte in Hamburg am Neuen Wall und in Bielefeld betreibt, hat das neue Konzept bereits ausprobiert: „Es wird ein neues Einkaufserlebnis“, sagt er.

In den vergangenen Jahren haben einige inhabergeführte Fachgeschäfte, die in Hannover eine lange Tradition haben, aufgegeben. Eine Übersicht.

Natürlich mache einem Händler derzeit das Internet zu schaffen - Weitz weiß, wie es funktioniert, er betreibt selbst einen Onlineshop mit drei Mitarbeitern von seinem Bürohaus am Südbahnhof aus. „Für unsere Kunden eine gute Ergänzung - so können sie im Netz schauen, was wir vorrätig haben, bevor sie in die Stadt fahren“, sagt er. Für den Handel gelte aber umso mehr, auf Qualität und Beratung zu setzen. Beim vorrätigen Sortiment werde daher nach der Eröffnung etwas abgespeckt - bei Personal aber nicht. „Es wird niemand entlassen“, sagt er: „Mit gutem Personal sichern wir die Beratungsqualität.“ Die Neueröffnung soll möglichst Anfang Oktober sein.

med