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Aus der Stadt Eine Idee zündet bis heute
Hannover Aus der Stadt Eine Idee zündet bis heute
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10:09 16.05.2015
Von Rüdiger Meise
Er hat es vor einem Vierteljahrhundert erstmals krachen lassen: Ralph Jarrett hat in seiner Zeit als Chef des Verkehrsvereins das Feuerspektakel nach Hannover geholt. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Anfang der Achtzigerjahre hielt man Leute für verrückt, die über Hannover als Tourismusziel sprachen. Als Ralph Jarrett 1982 in die Stadt zurückkehrte, um Amtsleiter für Fremdenverkehr und Kongresswesen zu werden, war Hannovers Tourismussektor Brachland. Zeitgleich übernahm Jarrett die Leitung des Verkehrsvereins - damals der größte in Deutschland. „Hannover war Messestadt. Mehr nicht. Industriemessestadt, die Cebit gab’s noch nicht“, sagt er im Rückblick. In den nächsten Jahrzehnten stieß Jarrett vieles an in dieser Stadt. Auch den Internationalen Feuerwerkswettbewerb, der heute beginnt und zum 25. Mal ausgetragen wird.

Der Große Garten in Herrenhausen war damals Hannovers einziges Pfund, mit dem sich touristisch wuchern ließ. Seit 1954 fand hier das sogenannte Lichterfest statt, das stets mit einem Barockfeuerwerk endete: illuminierte Fontänen, Feuerräder und Wasserfälle in Flammen - jedes Mal in Gold und Silber. „Das war immer das Gleiche“, erinnert sich Jarrett. Zudem war die Veranstaltung für Familien ungeeignet, und Ende der Achtzigerjahre ließ ihr wirtschaftlicher Erfolg dann auch nach. Denn allmählich gab es immer mehr Veranstaltungen in der Stadt.

Am Sonnabend startete der alljährliche Feuerwerkswettbewerb in den Herrenhäuser Gärten in die neue Saison. Der erste Beitrag stammte von den tschechischen Pyrotechnikern der Gruppe "Flash Barrandov".

Im Jahr 1989 sah Jarrett einen Feuerwerkswettbewerb in Monte Carlo - und dachte sofort: „Das machen wir auch in Hannover.“ 1991 gab es die Premiere als Beitrag des Verkehrsvereins zum 750-jährigen Bestehen der Stadt. Schon beim ersten Mal nahmen fünf Teams aus fünf Nationen teil. Die Böller lösten in Hannover nicht nur positives Echo aus. Eine teils schrille Diskussion um Lichterfreude und Lärmplage entspann sich. Aber der Wettbewerb ging weiter und gewann schnell Renommee - er war eine Zeit lang der einzige seiner Art in Deutschland. Als Preisgeld gab es seinerzeit 5000 D-Mark, keine Riesensumme, aber sie spielte auch nur eine Nebenrolle. „Die Mannschaften kamen nicht wegen des Geldes, sondern wegen des Titels“, sagt Jarrett. „Wer hier gewinnt, hat die Chance auf mehr als ein Dutzend Folgeaufträge.“ Daran habe sich bis heute nichts geändert.

Schnell zeigte sich, wie wichtig ein strenges Reglement des Wettbewerbs ist: Zeitdauer, Sicherheitsvorschriften, Anzahl der Barockelemente, passendes Musikprogramm, Einbeziehung des Gartens ins Feuerwerk, Größe der Sprengkörper - all das ist festgelegt. „Als die Chinesen 1994 zum ersten Mal teilnahmen, schossen sie sogenannte Blitzbomben und Chrysanthemen mit einer Ausdehnung von 200 Metern in den Himmel“, erinnert sich Jarrettt. „Das hat so geknallt, dass man in der Südstadt fast vom Fahrrad gefallen ist.“ So richtig stimmig fügte sich das in die barocke Szenerie des Großen Gartens nicht ein. „Und den Begriff ,Barock’ kannten die Chinesen gar nicht“, sagt Jarrett. Zu ihrer großen Überraschung wurden die Männer aus dem Reich der Mitte damals Letzte - obwohl sie die spektakulärste Pyrotechnik abbrannten.

Das britische Team 1st Galaxy Fireworks hat am Sonnabend den Nachthimmel über Hannover erhellt. Für das Team aus Nottingham ist es die erste Teilnahme beim Feuerwerkswettbewerb.

Glücklicherweise hat es beim Feuerwerkswettbewerb in Herrenhausen bis heute keinen Unfall gegeben. „Das ist das Allerwichtigste“, sagt sein Erfinder. Zu Recht stellten die Behörden hohe Auflagen an die Feuerwerker, und jedes Konzept werde von einem Sprengmeister kontrolliert. 1991 kamen 30.000 Besucher zur Feuerwerkspremiere - im vergangenen Jahr waren schon mehr als 50.000 beim Wettbewerb. „Es ist schön zu sehen, wie sich etwas weiterentwickelt, das man angestoßen hat“, betont Jarrett, der mit seiner Frau in der Südstadt lebt. Ganz in der Nähe des Maschseefestes also, das er ebenfalls in Hannover eingeführt hat. Aber das ist eine andere Geschichte.

In der Amtszeit des heute 69-Jährigen ist die Zahl der jährlichen Übernachtungen in Hannover von 650.000 auf 1,3 Millionen gestiegen - heute liegt sie bei 2,1 Millionen. Jarrett, der vor seiner Tätigkeit für die Stadt Tourismusmanager bei der Lufthansa war, berät heute das Welfenhaus (für die Marienburg) und das Haus Hohenzollern (für Schloss Sigmaringen in Baden-Württemberg). Auch das ist eine andere Geschichte, lässt er durchblicken.

Der 25. Internationale Feuerwerkswettbe- werb in Herrenhausen startet am heutigen Sonnabend mit dem italienischen Team PyroEmotions. Einlass ist ab 18 Uhr. Dann beginnt auch das Rahmenprogramm der Veranstaltung. Das Feuerwerk wird gegen 22 Uhr gezündet. Der Eintritt beträgt 20 Euro, ermäßigt 16 Euro. Die Familienkarte gibt es zum Preis von 46,50 Euro.

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