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Aus der Stadt Ratspolitik kritisiert Homepage der Stadt Hannover
Hannover Aus der Stadt Ratspolitik kritisiert Homepage der Stadt Hannover
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00:15 12.04.2013
Von Andreas Schinkel
Zu nachrichtlich, mangelnde Verknüpfungen, unübersichtlich – die Stadt soll bei ihrer Homepage nachbessern.
Zu nachrichtlich, mangelnde Verknüpfungen, unübersichtlich – die Stadt soll bei ihrer Homepage nachbessern. Quelle: Screenshot
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Hannover

Bei der Gestaltung sehen sie Verbesserungsbedarf, aber auch inhaltliche Einwände erheben sich aus den Reihen von SPD, CDU, Grünen und FDP.

So ähnele die Internetseite der Stadt an manchen Tagen einem Nachrichtenportal, kritisieren CDU und FDP einmütig. „Was ich auf den Seiten der Tagespresse gelesen habe, finde ich zwei Tage späte auf hannover.de“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Sein Ratskollege von der CDU, Maximilian Oppelt, wird noch deutlicher. „Es macht für die Stadt keinen Sinn, der hannoverschen Tagespresse nachzueifern“, sagt er. Vielmehr müsse sie noch stärker für Veranstaltungen werben. Besonders ärgert Engelke, dass die Stadt sich nicht scheut, negative Schlagzeilen auf ihre Homepage zu stellen. So habe er kürzlich auf hannover.de lesen müssen, dass das seit Jahren leer stehende AOK-Gebäude abgerissen wird. „Zusammen mit einem großen Bild von dem hässlichen Haus ist das keine Werbung für Hannover“, meint Engelke.

Das sehen Stadtverwaltung und die Macher des Internetauftritts anders. „Letztlich ist der Abriss des AOK-Hauses eine gute Nachricht“, meint Stadtsprecher Andreas Möser. Zudem wolle man durchaus über wichtige Ereignisse in der Stadt informieren und den Bürgern einen Service bieten, etwa wo sich neue Baustellen befinden. „Auf unserer Webseite gibt es aber keine politische Berichterstattung, und wir bewerten Ereignisse auch nicht“, ergänzt Dirk Sarnes, Geschäftsführer von hannover.de. Im Übrigen seien solche Informationen über die Stadt auch auf den Internetseiten anderer Kommunen üblich.

Die SPD stört sich nicht an nachrichtlichen Informationen, sie wünscht sich aber auch mehr Fakten über die Arbeit der politischen Gremien. „Es fehlen zum Beispiel Querverbindungen zwischen Sitzungsterminen von Ausschüssen und den Mitgliedern derselben“, sagt SPD-Ratsherr Michael Klie. Zusammen mit den Grünen hat die SPD ihre Wünsche bereits in Form eines Antrags an die Stadt weitergereicht. Den Forderungen werde man demnächst nachkommen, heißt es bei der Stadt.

Auch die Grünen sparen nicht mit Kritik. „Die Benutzerfreundlichkeit der Seite lässt zu wünschen übrig“, sagt Grünen-Ratsherr Oliver Kluck, von Beruf Webdesigner. So seien Informationen über die Arbeit der Bezirksräte „zu tief verbuddelt“. Zudem stelle sich die Seite auf unterschiedlichen Geräten – vom Smartphone bis zum großflächigen Monitor – in sehr unterschiedlicher Qualität dar. „Auf dem Smartphone wird die Webseite bloß verkleinert. Eigentlich müsste sich die gesamte Gestaltung verändern und anpassen“, sagt Kluck. Das sei im Grunde mit wenigen technischen Handgriffen zu regeln. In der städtischen EDV-AG werde er die Mängel ansprechen, kündigt Kluck an.

Andreas Schinkel 11.04.2013
Bärbel Hilbig 11.04.2013
Tobias Morchner 11.04.2013