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Aus der Stadt Razzia in Hannovers 
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Hannover Aus der Stadt Razzia in Hannovers 
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21:39 23.09.2009
Von Tobias Morchner
Quelle: Tim Schaarschmidt (Symbolbild)
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Die Razzia war Teil einer von der Hamburger Staatsanwaltschaft geleiteten, bundesweiten Aktion. Insgesamt wurden 60 Objekte durchsucht, unter anderem in Hamburg, Berlin, München und in der Schweiz.

Die Ermittlungen richten sich gegen elf Beschuldigte. „Der Vorwurf lautet auf bandenmäßige Steuerhinterziehung“, sagte Staatsanwalt Wilhelm Möllers. Den Verdächtigen wird vorgeworfen, mithilfe eines Finanzdienstleisters in ihren Etablissements manipulierte Kreditkartenlesegeräte aufgestellt zu haben. Die von den Karten abgebuchten Beträge tauchten nicht in den offiziellen Büchern auf, sondern wurden direkt am Fiskus vorbei in die Schweiz transferiert. „Sie haben gezielt Umsätze an der Kasse vorbeigeleitet“, sagte Wilhelm Möllers. Kunden sind durch das Vorgehen der Bande nach ersten Erkenntnissen nicht geschädigt worden. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in diesem Fall gehen bis ins Jahr 2007 zurück. „Ich kann noch keine Summen nennen, die dem Finanzamt auf diese Weise entgangen sind“, erläuterte der Behördensprecher. Unklar ist auch, gegen welchen Finanzdienstleister die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit den Durchsuchungen ermittelt.

Bei den betroffenen Objekten in Hannover soll es sich dem Vernehmen nach um den Klub „Kloster“ und um die Firma Direct Security handeln. Das Sicherheitsunternehmen ist unter anderem für die Dax/Bierbörse tätig. Unklar ist, inwieweit die Geschäftsführer der Firmen in die Steuerhinterziehungen verwickelt sind. Sie waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Drahtzieher der Bande stammen offenbar nicht aus Hannover. Als Köpfe der Gruppe gelten drei Hamburger Rotlichtgrößen, die seit Jahrzehnten in dem Geschäft tätig und die bereits wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe verurteilt worden sind.

Die Auswertungen des sichergestellten Beweismaterials wird Monate in Anspruch nehmen. Erst dann wird das gesamte Ausmaß des entstandenen Steuerschadens sichtbar sein. „Es ist auch nicht auszuschließen, dass auch noch weitere Beschuldigte hinzukommen“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Hamburg.

Conrad von Meding 23.09.2009
Tobias Morchner 23.09.2009
Conrad von Meding 23.09.2009