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Aus der Stadt „Sportvereine müssen sich bewegen“
Hannover Aus der Stadt „Sportvereine müssen sich bewegen“
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18:40 06.11.2014
Von Andreas Schinkel
Foto: Das Interesse der Hannoveraner an ihren Sportvereinen ist verbesserungswürdig.
Das Interesse der Hannoveraner an ihren Sportvereinen ist verbesserungswürdig. Quelle: Hagemann (Symbolbild)
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Hannover

Ähnlich lautet der Tenor aus den anderen Fraktionen. „Die Sportvereine müssen sich bewegen“, sagt CDU-Sportexperte Thomas Klapproth. Die Grünen schlagen zudem vor, die Öffnungszeiten der Schwimmbäder, insbesondere des Stadionbads, auszuweiten, um mehr Besucher anzulocken und die Attraktivität des Bads zu erhöhen.

Die Ratspolitiker reagiert damit auf eine repräsentative Bürgerbefragung zum Sport in Hannover. Dabei kam heraus, dass zwar drei Viertel der Hannoveraner regelmäßig Sport treiben, aber mehrheitlich abseits der Sportvereine. Nur 28 Prozent der Erwachsenen gehen ihrer Sportart in einem Verein nach, bei den Kindern sind es dagegen mehr als 75 Prozent. Um sich wieder dem Vereinssport anzuschließen, ist für die Befragten die räumliche Nähe des Vereins entscheidend sowie Schnupperangebote und flexible Kündigungszeiten. Der Stadtsportbund meint, dass es solche Angebote in den Vereinen bereits gebe.

„Aber dann müssen die Sportvereine über ihre Leistungen besser informieren“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. SPD-Ratsfrau Keller hält die Idee von 96-Präsident Martin Kind für sinnvoll, dass sich kleine Vereine zusammenschließen und spezialisieren. „Es muss nicht jeder Verein eine Vielzahl von Sportarten anbieten“, sagt Keller. Grünen-Ratsherr Patrick Drenske rät: „Die Vereine sollten sich darüber im Klaren werden, welche Aufgaben sie erfüllen.“

Mit 1,6 Millionen Euro werden Sportvereine aus der Stadtkasse jährlich gefördert. Diesen Zuschuss wollen die Kommunalpolitiker nicht antasten, auch wenn jetzt deutlich wird, dass die Sportförderung der Mehrheit der Erwachsenen gar nicht zugute kommt. „Sportvereine machen eine exzellente Kinder- und Jugendarbeit. Daher ist das gut investiertes Geld“, sagt CDU-Mann Klapproth. Grünen-Vertreter Drenske sagt, dass Vereine eine „Betreuungsfunktion“ erfüllen.

Dennoch geht der städtische Sparkurs an den Sportvereinen nicht spurlos vorüber. Kämmerer Marc Hansmann (SPD) hatte angesichts der schwierigen Haushaltslage vorgeschlagen, die Hallenmieten für Vereine zu erhöhen, um somit Mehreinnahmen von einer halben Million Euro zu generieren. SPD und Grüne entschieden, dass 400.000 Euro ausreichen. „Es ist das erste Mal seit Langem, dass der Sportbereich einen Beitrag zur Konsolidierung des Haushalts leistet“, sagt Hansmann.     

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