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Aus der Stadt Realschulen verlieren in der Elterngunst
Hannover Aus der Stadt Realschulen verlieren in der Elterngunst
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23:11 10.05.2009
Von Bärbel Hilbig
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Im Vorjahr wollten noch 20,6 Prozent diese Schulform wählen, im Jahr 2007 sogar 22 Prozent. Gleichzeitig gibt es eine gegenläufige Entwicklung bei den Integrierten Gesamtschulen (IGS). 30 Prozent der Eltern wünschen sich einen IGS-Platz für ihr Kind. Die Zahl stieg bereits in den Vorjahren von 24,8 Prozent (2007, allerdings ohne Grundschüler der IGS Roderbruch, die ab 2008 einbezogen wurden) auf 27,5 Prozent im Jahr 2008.

Für die Schulform der IGS überraschend ist jedoch, dass die aktuellen Ergebnisse deutlich unter den Zahlen der Elternumfrage vom September 2008 liegen. Damals wollte die Stadt den Bedarf an neuen Integrierten Gesamtschulen ermitteln. Sie fragte die Eltern aller Grundschüler schriftlich, ob sie sich eine IGS oder eine Schule des dreigliedrigen Schulsystems (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) für ihr Kind wünschen. Fast 75 Prozent der Eltern antworteten – und 44 Prozent (bezogen auf die absolute Zahl der Grundschüler) sprachen sich für die IGS aus.

Die jetzt vorliegende jährliche Trendumfrage zu den Halbjahreszeugnissen ist aber mit Sicherheit verlässlicher: Die Antworten sind zwar nicht verbindlich, aber ein knappes halbes Jahr vor der Entscheidung dürften viele Eltern sich über die Wahl der Schulform recht sicher sein.

Nach der hohen Nachfrage im September hatte die Stadt die Gründung drei neuer Integrierter Gesamtschulen angekündigt. Wenn sich nun jedoch eher 30 als 44 Prozent eine IGS für ihr Kind wünschen, reichen möglicherweise auch zwei Neugründungen aus. Folgt man den Wünschen der Eltern, wären für das neue Schuljahr gut 1100 Plätze für Fünftklässler an der IGS notwendig. Aktuell stehen jedoch nur 910 Plätze zur Verfügung. Mit dem Start der IGS Stöcken im August erhöht sich das Angebot auf stadtweit 1040 IGS-Plätze im fünften Jahrgang. Im kommenden Jahr will dann die IGS Badenstedt mit weiteren 130 Plätzen für Fünftklässler ihren Betrieb aufnehmen.

Die am stärksten nachgefragte Schulform ist weiterhin das Gymnasium. Laut Wunsch der Eltern werden im August 1726 Kinder und damit knapp 47 Prozent des Jahrgangs dort ihre Schullaufbahn fortsetzen (Vorjahr: 46,5 Prozent). Die Hauptschule bleibt fast unverändert auf niedrigem Niveau. Nur 5,6 Prozent der Eltern von Viertklässlern wollen ihr Kind auf eine Hauptschule schicken (Vorjahr 5,4 Prozent). Die Lehrer hatten dagegen für 22,3 Prozent der Kinder die Hauptschule empfohlen, für 37,3 Prozent die Realschule und für 40,4 Prozent das Gymnasium.