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Aus der Stadt 114 Millionen Euro Defizit – Ministerin sah weg
Hannover Aus der Stadt 114 Millionen Euro Defizit – Ministerin sah weg
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00:15 10.06.2017
In der Kritik: Medizinische Hochschule Hannover (MHH). Quelle: dpa
Hannover

Die MHH habe ihr Personalbudget über mehrere Jahre um jeweils bis zu 23 Millionen Euro überschritten. Außerdem habe die MHH 20 Professoren ohne Planstellen eingestellt. Chefärzten seien 2014 und 2015 Leistungszulagen von jeweils rund 6,2 Millionen Euro ohne Nachweis der konkreten Leistung ausgezahlt worden.

Mit 10 000 Mitarbeitern ist die MHH der größte Betrieb des Landes. Zuletzt machten Fehler in der Planung neuer Gebäude für die Hochschule immer wieder Schlagzeilen. So steht etwa das für 30 Millionen Euro errichtete zentrale Laborgebäude seit mehr als zwei Jahren leer. Dadurch sind Mehrkosten in Höhe von mehreren Millionen Euro entstanden.

Das Präsidium der MHH erklärte Mittwoch, man nehme die Rügen sehr ernst. Die Überschreitung der finanziellen Obergrenze sei auf das starke Wachstum bei der Krankenversorgung zurückzuführen. Die für die MHH zuständige Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) äußerte sich nicht.

Das Ministerium hat die Budgetüberschreitungen offenbar auch unter ihrer Vorgängerin Johnna Wanka (CDU) zunächst nicht bemerkt. Bei strikter Durchsetzung des Haushaltsrechts hätte 2013 die „personalwirtschaftliche Handlungsunfähigkeit“ gedroht – angesichts laufender Berufungsverfahren für Professoren ein Debakel. Auch ein deutlicher Reputationsverlust habe gedroht.

So kam es zu einer massiven Überschuldung und einem Bilanzverlust von 114 Millionen Euro. Die Ministerium sei „erst aufgrund der deutlich verschlechterten wirtschaftlichen Gesamtsituation der MHH“ tätig geworden, schreiben die Prüfer. Das war im Jahr 2014. Das Ministerium habe dann dem Parlament empfohlen, das Personalkostenbudget anzuheben und eine Überschreitung der Obergrenze zuzulassen.

Viel Kritik auch an Bauplanungsmängeln

In den vergangenen Monaten waren zudem erhebliche Probleme bei MHH-Bauten bekannt geworden. Das hat auch zu Mehrkosten geführt. So steht etwa das für 30 Millionen Euro errichtete zentrale Laborgebäude seit mehr als zwei Jahren leer. Dort sind durch gravierende Planungsfehler Mehrkosten in Höhe von mehreren Millionen Euro entstanden.

Deutliche Planungsmängel hat es auch beim Bau der Apotheke gegeben. An ihr wird seit mehr als fünf Jahren gebaut. Zwar sind einige Bereiche schon im Betrieb, andere befinden sich jedoch noch im Probebetrieb oder sind noch nicht fertig. Für den Bau waren zunächst 12 Millionen Euro eingeplant, das Finanzministerium geht inzwischen von Kosten in Höhe von 15,2 Millionen Euro aus.

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