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Aus der Stadt Rechte Parteien hetzen gegen Flüchtlinge
Hannover Aus der Stadt Rechte Parteien hetzen gegen Flüchtlinge
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20:02 31.05.2015
Von Andreas Schinkel
Rechtsextreme versuchen mit der Verbreitung von Hetzschriften gegen das Flüchtlingswohnheim, das in Wettbergen entstehen soll zu mobiliseren. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Die Diskussion um Flüchtlinge animiert Rechtsextremisten zu Propagandaaktionen in der Region Hannover. In Wettbergen fanden Anwohner in der vergangenen Woche Flugblätter der Partei „Die Rechte - Hildesheim“ in Briefkästen und an Windschutzscheiben.

Rechtsextreme verteilen Hetzschriften in Wettbergen 

Im Laatzener Ortsteil Ingeln-Oesselse warfen Anhänger der NPD Handzettel in Briefkästen. In Wettbergen entsteht derzeit ein neues Flüchtlingswohnheim, in Ingeln-Oesselse steht eine Bürgerversammlung wegen einer geplanten Unterkunft an.

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Wie viele Hetzschriften in Wettbergen verteilt wurden, ist unklar. Eine Anwohnerin hat inzwischen die Polizei verständigt - die aber konnte noch nichts zu dem Thema sagen. Bezirksbürgermeister Andreas Markurth (SPD) bleibt gelassen und meint, dass die „Willkommenskultur“ im Stadtbezirk nicht gefährdet sei. Der CDU reicht das nicht - sie wirft Markurth Verharmlosung vor. „Der Bezirksbürgermeister redet das Problem klein“, sagt Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer.

Urheber stammen vermutlich aus Hildesheim

Bezirksbürgermeister Markurth tröstet immerhin, dass die Urheber nicht aus dem Viertel, sondern offensichtlich aus Hildesheim stammen. „Dennoch müssen wir die Augen offen halten“, sagt der SPD-Politiker. Den Menschen im Stadtteil seien solche Umtriebe nicht gleichgültig. Bisher habe es im Bezirk keine Proteste gegen das neue Flüchtlingswohnheim gegeben, im Gegenteil: „Die Bürger fragen mich, wie sie helfen können.“ Nicht zum ersten Mal erregen Rechtsextremisten im Stadtbezirk Aufsehen. Als vor drei Jahren an der Munzeler Straße das erste Flüchtlingswohnheim eingerichtet wurde, schmierten Neonazis SS-Runen und ein Hakenkreuz an die Fassade des künftigen Heims.

Für Michaela Michalowitz (CDU), stellvertretende Regionspräsidentin und wohnhaft in Wettbergen, passt die jüngste Aktion der Rechtsextremisten durchaus ins Bild. Mitglieder der rechtskonservativen Alternative für Deutschland (AfD) seien in Wettbergen nachweislich aktiv.

In Ingeln-Oesselse macht die NPD kurz vor der Bürgerversammlung wegen des neuen Flüchtlingsheims Stimmung. Eines der Flugblätter landete im Briefkasten von Landespolizeidirektor Knut Lindenau. „Ich glaube, dass die NPD vor dem Hintergrund der Bürgerversammlung einige Leute abfischen will“, sagt er. „Ich kann nur hoffen, dass niemand darauf hereinfällt.“

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