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Aus der Stadt Paddeln für mehr Toleranz
Hannover Aus der Stadt Paddeln für mehr Toleranz
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21:42 18.05.2014
Von Michael Zgoll
Dieses Jahr haben die Initiatoren Südafrika in den Mittelpunkt der Goodwill-Regatta gerückt - was auch bei der Besetzung dieses Drachenboots unübersehbar ist. Quelle: Zgoll
Hannover

Wir sitzen alle in einem Boot - dieses häufig bemühte Sprachbild ergänzt eine Initiative engagierter Hannoveraner rund um den früheren Madsack-Mitarbeiter Werner Hohlbein seit neun Jahren um den Zusatz „für mehr Toleranz“. Und damit das Ganze noch anschaulicher wird, laden die Initiatoren einmal im Jahr Gäste aus aller Herren Länder zum Drachenbootfahren auf dem Maschsee ein. Dieses Jahr war eine Delegation aus Südafrika zu Gast, darunter ein Frauenfußballteam aus der Provinz Ostkap. Besonderen sportlichen Ehrgeiz aber brauchte am gestrigen Sonntag niemand an den Tag legen - die bunt zusammengewürfelten Drachenbootteams waren schon heilfroh, wenn sie nicht kenterten und die nachmittäglichen Regenschauer halbwegs trocken umschifften.

Am Sonntag fand das alljährliche Drachenbootrennen auf dem Maschsee statt. Mit von der Partie war Axel Brockmann, Kandidat zum Regionspräsidenten für die Region Hannover.

Von einer Bewegungs- zu einer Begegnungsveranstaltung ist die Toleranz-Regatta für Cheforganisator Hohlbein im Laufe der Jahre geworden. Muslime, Christen, Juden, Atheisten - sie alle sollen einträchtig in den Drachenbooten sitzen, die bekanntermaßen arg wackelig sind. Und so gibt es an der Maschseequelle nicht nur Bratwurst mit Schweinefleisch, sondern auch koschere Griller und Halal-Bratwurst zu essen. Betreut werden die rund 400 Gäste von einem Team der Verlagsgesellschaft Madsack; zu den Förderern der Veranstaltung zählen Firmen aus der Region, Staatskanzlei und Landessportbund. Die Boote stellt der Sport-Club Hannover bereit, dessen rühriger Vereinschef Herbert Pinnecke Drachenbootneulingen gern persönlich die Sinnhaftigkeit eines gleichmäßigen Paddelschlags nahebringt.

Ein multikultureller Kinderchor aus Seelze, eine Gesangsgruppe aus Afrika und eine Modenschau - sie machen gute Laune auf dem Trockenen. Auch ist einige lokale Prominenz an Deck: Regionspräsident Hauke Jagau schickt die Crews per Megaphon auf die Reise, Bürgermeister Bernd Strauch festigt seinen Ruf als Kult-Trommler im Drachenboot-Bug, und auch CDU-Regionspräsidentenkandidat Axel Brockmann und Maren Brandenburger, Präsidentin des Niedersächsischen Verfassungsschutzes, zeigen Flagge bei der Goodwill-Regatta gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Religionsfanatismus. „Am großen Rad der Weltpolitik können wir nicht drehen“, sagt Werner Hohlbein, „aber wir sollten alle bereit sein, etwas im Kleinen zu bewegen.“

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