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Aus der Stadt Frauenhäuser weisen jeden Tag Opfer ab
Hannover Aus der Stadt Frauenhäuser weisen jeden Tag Opfer ab
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06:00 06.09.2018
Die Plätze in den Frauenhäusern der Region reichen nicht mehr aus, um allen Schutz suchenden Frauen zu helfen. Quelle: dpa
Hannover

Rund 400-mal im Jahr wird in der Region Hannover derzeit eine Frau bei einem Frauenhaus abgewiesen, wenn sie dort Schutz vor Gewalt sucht. Das ist das Ergebnis einer Anhörung im Gleichstellungsausschuss der Stadt Hannover zur Umsetzung der so genannten Istanbul-Konvention, die im Februar 2018 in Deutschland in Kraft getreten ist. Die Istanbul-Konvention ist ein Übereinkommen des Europarats zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen.

Ein- bis zweimal täglich müssen in Stadt und Region Frauenhäuser Hilfesuchende mitsamt Kindern in Stadt und Umland abweisen, schätzte Ute Schimpf vom Frauenhaus Hannover. Der Hauptgrund: Wegen der Wohnungsknappheit blieben die Frauen viel länger als bislang geplant in den Frauenhäusern. „In der Region muss ein Konzept für eine Notaufnahme, die allen hilfesuchenden Frauen sofort Schutz bietet, oberste Priorität haben“, sagte Schimpf.

In Hamburg hat eine solche zentrale Notaufnahme, die Anlaufstelle 24/7, nach Angaben von Geschäftsführerin Angelika Damm zu einer „enormen Entlastung der Frauenhäuser geführt“. Drei Tage blieben Hilfe suchende Frauen dort, ehe sie in Frauenhäuser oder andere Hilfseinrichtungen vermittelt würden, sagte Damm in der Anhörung. Die Hamburger Notaufnahme bietet Platz für 15 Frauen und Kinder in sieben Zimmern und kostet jährlich 640 000 Euro.

Die Frauenhäuser der Region wollen ein Konzept für eine Sofortaufnahme im Oktober vorstellen. „Der Bedarf ist da. Die Herausforderung wird sein, die Sofortaufnahme ausreichend auszustatten und in die bestehenden Strukturen einzubetten, so dass die Weiterleitung funktioniert“, sagt die gleichstellungspolitische Sprecherin der Grünen, Renee Steinhoff.

Die Istanbul-Konvention sieht pro 10 000 Einwohner einen Schutzplatz für eine alleinstehende Frau plus einer beliebigen Anzahl von Kindern vor. Legte man diesen Schlüssel zugrunde, müssten Stadt und Umland künftig 117 sogenannte Familienplätze vorhalten, sagte Silke Dietrich vom Frauenhaus Hannover. Es gebe bislang 51 dieser Plätze, 66 Plätze fehlten also, sagte Dietrich. Es wäre aber schon viel gewonnen, wenn für weibliche Gewaltopfer 15 bis 20 Plätze geschaffen würden, sagte Dietrich.

Das Frauenhaus Hannover hat mittlerweile zwei externe Schutzwohnungen angemietet, um die Lage in dem Frauenhaus etwas zu entspannen. Das Frauen- und Kinderschutzhaus schafft nach Angaben von Ute Vesper von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zum Januar 2019 in zwei externen Wohnungen Plätze für zwei Frauen mitsamt Kindern, deren Situation sich so stabilisiert hat, dass sie selbstständig leben können. Die AWO eröffnet im Dezember 2018 ein Haus, in dem sieben Frauen mit Kindern leben können, die nicht mehr den Schutz der Anonymität, aber noch Hilfe im Alltag brauchen. Im Vergleich zu anderen Kommunen Niedersachsens sei die Lage in Hannover noch gut, sagte Nora Stein von der Koordinierungsstelle Häusliche Gewalt des Landespräventionsrates. Landesweit habe nicht jede Kommune ein Frauenhaus. Insgesamt gibt es in Niedersachsen 41 Frauenhäuser.

Von Jutta Rinas

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