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Aus der Stadt Frei laufende Hunde reißen immer häufiger Rehe
Hannover Aus der Stadt Frei laufende Hunde reißen immer häufiger Rehe
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06:56 08.06.2015
Von Conrad von Meding
Rehe werden immer häufiger Opfer von Hunden, die ohne Leine herumlaufen. 
Rehe werden immer häufiger Opfer von Hunden, die ohne Leine herumlaufen.  Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

„Die Rücksichtslosigkeit nimmt zu“, sagt der Wettbergener Jäger Friedrich Menge. „Die Hunde können nichts dafür – ein gesunder Hund hat einen Jagdtrieb. Aber wenn wir die Halter freundlich ansprechen, dann gebärden die sich oft als Oberschlaumeier.“ Stadtjäger Heinz Pyka spricht von schon drei durch Hundebisse verendeten Tieren seit Jahresbeginn – sonst seien es meist im gesamten Jahr nur zwei. „Viele Hundehalter ignorieren sogar die Brut- und Setzzeit.“ Der jüngste Fall traf eine trächtige Ricke am Ohedamm, ihr gesamter Hinterleib ist von Hundebissen zerfetzt.

„Bei Hundehaltern in der Stadt fehlt das Bewusstsein, dass in dem Naturraum Wildtiere leben“, bedauert Menge. Häufig herrsche die Meinung vor, dass der eigene Hund schon nichts Schlimmes anrichten werde. „Aber wir Jäger finden dann die Tiere, die von Hunden gehetzt und zugerichtet wurden.“ Seit zwölf Jahren schon ist er Jagdpächter für den 270 Hektar großen Bereich zwischen Wettbergen und Empelde, Devese und Ricklingen. „Eigentlich ist hier ganzjährig Schongebiet – aber ich wäre schon glücklich, wenn Hundehalter sich in der Brut- und Setzzeit an die Regeln halten würden.“ Die dauert vom 1. April bis zum 15. Juli.

Das müssen

Hundehalter in der Brut- und Setzzeit beachten.

Pyka und Menge betonen, dass sie Hundeliebhaber sind. „Die Tiere trifft keine Schuld“, sagt Pyka, „das Problem ist immer am oberen Ende der Leine.“ Das Vorhaben einer hannoverschen Initiative, den Leinenzwang zu lockern und auf Freiwilligkeit umzustellen, sehen sie mit Sorge. Die Vertreter der Initiative, darunter auch ausgewiesene Tierärzte, befinden sich in Gesprächen mit dem Land, weil für die Änderung der Anleinpflicht das Gesetz geändert werden müsste. Pyka hingegen plädiert dafür, mehr Auslaufflächen auszuweisen: „Es gibt auch bei mir im Jagdrevier noch Bereiche, wo die Natur schon jetzt so stark gestört ist, dass Hunde dort nichts mehr anrichten können. Im Gegenzug müsste dann aber auf den Schutzflächen stärker kontrolliert werden.“

Was meinen Sie?

Soll der Leinenzwang gelockert werden? Oder brauchen wir mehr Auslaufflächen? Oder sollten Hunde ganzjährig an die Leine? Schreiben Sie uns mit Stichwort „Hunde“ per E-Mail an hannover@haz.de oder per Brief an die HAZ, 30 148 Hannover.

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