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Aus der Stadt Zahl der ehrenamtlichen Helfer stark gestiegen
Hannover Aus der Stadt Zahl der ehrenamtlichen Helfer stark gestiegen
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00:40 14.05.2018
Einsatz bei der Blutspende: Die Ehrenamtliche Gudrun Kirchhof verteilt Stärkungen an die Blutspender. 
Einsatz bei der Blutspende: Die Ehrenamtliche Gudrun Kirchhof verteilt Stärkungen an die Blutspender.  Quelle: Villegas
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Hannover

Die Zahl der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Hilfsorganisationen in der Region Hannover ist stark angestiegen. Beim Roten Kreuz übernehmen derzeit rund 4300 Menschen ehrenamtliche Tätigkeiten, bei den Johannitern ist die Zahl der freiwilligen Helfer von 2200 im Jahr 2015 auf 2800 in diesem Jahr gestiegen. Grund für die positive Entwicklung ist auch die Flüchtlingskrise im Jahr 2015. „Viele haben sich damals spontan als Helfer bei uns gemeldet und viele davon sind dabei geblieben“, sagt Nadine Heese vom Deutschen Roten Kreuz (DRK). 

Bundesweit verzeichnet das DRK sogar den höchsten Stand an ehrenamtlichen Helfern seit 15 Jahren. 425.800 Aktive engagieren sich derzeit bei der Hilfsorganisation, das sind 11.000  mehr als im Jahr 2003. In Hannover und dem Unland sind sie weiterhin in der Flüchtlingshilfe, bei der Jugendorganisation des DRK, bei Blutspendeaktionen oder bei Erste Hilfe Kursen aktiv. Dabei kristallisiert sich ein Trend heraus. „Viele wollen heute gerne projektbezogen arbeiten, das stellen wir immer häufiger fest“, sagt Nadine Heese.

Die Johanniter hatten hatten unmittelbar nach der Flüchtlingskrise des Jahres 2015 eine Ehrenamtskampagne ins Leben gerufen. „Bei diversen Aktionen wurden die Bürger unter dem Motto: ‚Helden bitte melden’ auf die Möglichkeiten aufmerksam gemacht, sich freiwillig zu engagieren“, sagt Bettina Martin von den Johannitern.

Beim Arbeiter-Samariter-Bund Hannover-Stadt hat es den Flüchtlingshilfe-Effekt dagegen nicht gegeben. „Bei uns arbeiten seit Jahren konstant etwa 100 bis 110 Ehrenamtliche. Da gab es keine Veränderung durch die Flüchtlingskrise“, sagt Sprecherin Nadine Lubmann. Das liege auch daran, dass der ASB in der Flüchtlingsarbeit vor allem Festantegestellte eingesetzt habe. „Die wenigen Ehrenamtlichen, die für uns im Einsatz waren, wurden dann auch eingestellt.“

 Der Trend zu mehr ehrenamtlichen Engagement bildet sich bei der freiwilligen Feuerwehr in der Region Hannover ebenfalls ab – es ist ein langfristiger Trend, der wenig mit der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 zu tun hat. Im Zehnjahresvergleich hat die Zahl der freiwilligen Feuerwehrkräfte zugenommen von 10.670 Ehrenamtlichen zum Stichtag 31.12.2007 auf 11.131 Mitgliedern in den 223 Ortsfeuerwehren in der gesamten Region – inklusive der 17 freiwilligen Feuerwehren in der Landeshauptstadt.

Von Karl Doeleke und Tobias Morchner