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Aus der Stadt Region Hannover bekommt zwei neue Frauenhäuser
Hannover Aus der Stadt Region Hannover bekommt zwei neue Frauenhäuser
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14:41 26.11.2018
In der Region Hannover soll es künftig mehr Schutzhäuser geben. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Die Region reagiert auf die Not von misshandelten Frauen mit einem umfangreichen Hilfsprogramm. Zwei neue Frauenhäuser, dazu neue Wohnungen für sozialpädagogisch begleitetes Übergangswohnen und eine Akquisestelle zur Vermittlungen von Wohnungen für von Gewalt betroffene Frauen sieht das am Montag vorgestellte „Konzept zur Weiterentwicklung der Hilfen für gewaltbetroffene Frauen“ vor. Die Region richte die Hilfe für misshandelte Frauen komplett neu aus, sagte die Gleichstellungsbeautragte Petra Mundt. Rund 2,4 Millionen Euro sollen dafür allein in den Jahren 2019/2020 im Haushalt bereitgestellt werden. Die Region will mit den beiden neuen Frauenhäusern die Zahl der sogenannten Familienplätze in ihren Frauenhäusern von derzeit 51 auf 117 erhöhen. Ein Familienplatz beinhaltet einen Platz für eine Frau und – statistisch - 1,59 Kinder (= durchschnittlichen Geburtenrate in Deutschland). Das Konzept muss am Dienstag in einer gemeinsamen Sitzung von Sozial- und Gleichstellungsausschuss der Region noch beschlossen werden.

Vorrangiges Ziel sei es, eine Notaufnahme für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder zu schaffen, möglichst schon 2019, sagte Regionspräsident Hauke Jagau. Der Zeitpunkt hänge vom Finden einer geeigneten Immobilie ab. Das FrauenHaus.24 soll künftig täglich rund um die Uhr geöffnet sein und soll zugleich als zentrale Annahmestelle für Gewaltopfer dienen. Bislang müssen misshandelte Frauen die Frauenhäuser einzeln abtelefonieren, oft monatelang, um irgendwann einen freien Platz zu finden. Künftig wählen sie die zentrale Nummer vom FrauenHaus24 und kommen dort sofort bis zu vier Tage unter. In der Zeit wird geklärt, ob sie einen Platz im Frauenhaus oder andere Hilfen brauchen. „Wir versprechen uns davon eine große Entlastung - für die Frauen, aber auch für die Frauenhäuser“, sagte Regionssozialdezernentin Andrea Hanke. Die drei Frauenhäuser in der Region sind zurzeit chronisch überfüllt. Ein- bis zweimal täglich müssen sie Frauen abweisen. Die Anfang 2018 in Kraft getretene, sogenannte Istanbul-Konvention, ein Übereinkommen des Europarates, sieht einen Schutzplatz pro 10000 Einwohner vor.

Die Region will zudem mit einem „gesicherten Frauenhaus“ eine Alternative zu den bisherigen drei Schutzhäusern schaffen. Dieses sei zwar durch technische Einrichtungen gesichert, der Ort sei aber nicht anonym. Der Vorteil, auch für Kinder: Kontakte zu Freunden oder der Schule könnten aufrechterhalten werden. Das Haus, dass sich an nicht vom Täter verfolgte Frauen wendet, soll im Umland errichtet werden. Schon Anfang Dezember ermögliche die AWO zudem sieben Frauen und 16 Kinder aus Frauenhäusern einen ersten Schritt in die Selbständigkeit mit dem sogenannten betreuten „Übergangswohnen“, hieß es gestern. Weitere Familienplätze sollen folgen.

Von Jutta Rinas

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