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Aus der Stadt Region ehrt 43 Ehrenamtliche
Hannover Aus der Stadt Region ehrt 43 Ehrenamtliche
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22:09 19.01.2018
Die Region hat 43 Ehrenamtliche geehrt. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

  Als Kurt Beckhaus um die 60 Jahre alt war, kam er zum ersten Mal mit seinen Orchideen in Kontakt. "Kaum einer weiß, dass hier Orchideen wachsen. Ich habe es in einem Zeitungsartikel gelesen und war fasziniert", sagt der frühere Elektroingenieur. Mittlerweile ist Beckhaus 90 Jahre alt und engagiert sich seit 30 Jahren im „Arbeitskreis heimische Orchideen“ für den Schutz der seltenen Pflanzen. Für seine ehrenamtliche Arbeit wurde Beckhaus zusammen mit 42 weiteren Ehrenamtlichen aus der Region am Freitagabend geehrt. 

23 heimische Orchideenarten wachsen in den hannöverschen Wäldern. Diese zu erhalten und ihren Lebensraum zu schützen, ist Kurt Beckhaus’ Mission. „Es ist traurig zu sehen, wie viele Grünflächen in der Stadt bebaut werden. Dadurch verschwinden Lebensräume unwiederbringlich.“ 

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In seinem Verein ist der 90-Jährige ein wichtiger Ansprechpartner. „Wir haben etliches von ihm lernen können“, sagt der erste Vorsitzende Wolfgang Stern. „Ich liebe den Wald und werde solange weitermachen, wie es geht. Ich möchte etwas weitergeben.“ Es ist dieser eine Satz, der die Motivation von Kurt Backhaus und vielen anderen Helfern zusammenfasst. 

Arbeit für Geflüchtete 

„Das Engagement der vielen Freiwilligen trägt einen wichtigen Teil dazu bei, dass unsere Gesellschaft sozial und lebenswert bleibt“, sagte die stellvertretende Regionspräsidentin Petra Rudszuck in ihrer Dankesrede gestern Abend im Haus der Region. Daher gebühre allen, die sich in Vereinen, Initiativen, Gruppen oder als Einzelpersonen engagieren, besondere Anerkennung und Dank. Es gibt kaum einen gesellschaftlichen oder sozialen Bereich, in dem Ehrenamtliche nicht aktiv sind. Sie betreuen junge Geflüchtete, organisieren Seniorentreffs, trainieren Sportvereine oder setzen sich für den Naturschutz ein. 

24 Männer und 18 Frauen stehen an diesem Abend stellvertretend für die vielen Freiwilligen und Projekten in der Region auf der Bühne. Die 18-jährige Marlene Wieder aus Burgdorf ist die Jüngste. Seit ihrem zwölften Lebensjahr setzt sie sich für Geflüchtete ein. Mit ihrer Mutter begleitete sie die Neuangekommenen bei Stadtführungen und Schwimmbadbesuchen. Heute betreut sie einen wöchentlichen Kinderspieltreff mit 40 Kindern aus Flüchtlingsfamilien, engagiert sich für die Deutsch-Ersthilfe und hat mehrere Lernpatenschaften übernommen. „Es hat mir schon immer Spaß gemacht, mich zu engagieren“, sagt die Abiturientin. 

Zu den geehrten Hannoveranern zählte Monika Gehle, die sich seit zehn Jahren im kommunalen Seniorenservice engagiert. Die Rentnerin hat das monatliche Sonntagscafé in der Seniorenbegegnungsstätte Kleefeld mitbegründet. Auch Karola Herrmann, die 2010 zur ersten Vorsitzenden des Naturschutzbundes Deutschland –Hannoverscher Vogelschutz gewählt wurde und Hanan Fakih, die sich für geflüchtete Frauen einsetzt, wurden geehrt. 

2,8 Millionen in Niedersachsen

Hans-Dieter Keil-Süllow, der mit Geflüchteten arbeitet, Tatiana Reichelt, die Rentnerin engagiert sich beim Seniorenservice und 80-jährige Christa Thiem, die Plattdeutsch-projekte betreut und mit ihren humorvollen Platt-Gedichten den Saal zum Lachen brachte, gehörte ebenfalls zu den Geehrten.

2,8 Millionen Ehrenamtliche engagieren sich in Niedersachsen – eine Zahl, auf die das Bundesland stolz ist. „Mit ihrem Einsatz schaffen sie Werte und stärken das Miteinander“, lobte schließlich die stellvertretende Regionspräsidentin die Helfer. 

 

Von Andrea Brack Peña